“Einige Leute halten Fußball für einen Kampf um Leben und Tod. […] Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!”

Als die Fußballlegende Bill Shankly diese Worte sprach, bezog er sich auf seine Leidenschaft für den Sport. Für die Bevölkerung der brasilianischen Armenviertel ist die WM eine noch ernstere Sache, denn sie werden Opfer der Allianz aus FIFA-Mafia (klingt übertrieben, ist es nicht), einiger Weltkonzerne sowie ansässiger Großunternehmen. Welche Interessen dahinter stecken, wie die Bevölkerung Brasiliens auf die WM reagiert und was das mit der Linken in ‘Schland zu tun hat – darum geht es hier.

Facebook_Meme_Karls-Erkenntnis_Pressefest_finErst nehmen sie dir dein Haus, dann dein Stadion

Wie kommt es, dass in einem Land wie Brasilien, dessen Bevölkerung zu den fußballbegeistertsten der Welt gehört, vor Stadien demonstriert und die Vergabe der WM kritisiert wird? Ähnlich wie im Vorfeld der WM 2010 in Südafrika wendete der basilianische Staat horrende Summen (ca. 8,3 Milliarden Euro – doppelt soviel wie in Südafrika) für das Fußballspektakel auf. Gebäude mussten abgerissen werden, damit Stadien gebaut werden konnten, in denen sich der ursprüngliche Fan nun kein Ticket mehr leisten kann. In öffentlichen Einrichtungen, für Gehälter und Einstellungen fehlt aber jetzt das Geld. Besonders greifbar wird das Shankly-Zitat für die Bewohner der Favelas (Armenviertel) und die Demonstranten, die von einer “linken” Regierung für die FIFA verprügelt, vertrieben und erschossen werden, da der Anblick von Armut Fußballtouristen nicht zuzumuten ist bzw man versucht, die Gefahr eines Handtaschenraubs zu minimieren. Die Bevölkerung soll für das Turnier mit steigenden Preisen, Zerstörungen ihrer Häuser, dem Ausschluss vom Nationalsport Nummer 1 und sogar ihrem Leben bezahlen. Mehrere Tausend Favela-Bewohner wurden in den letzten Jahren getötet, damit “man” Weltmeister im eigenen Land werden kann. Ein kluges Volk, das sich dagegen wehrt. Gegen wen eigentlich?

Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach und am Ende gewinnt immer die FIFA

Es war absehbar, dass die WM zu einem Fiasko für den Großteil der brasilianischen Bevölkerung werden würde – auch, wenn der ehemalige Präsident Lula versprach, keine öffentlichen Ausgaben für die WM zu tätigen. Brasilien bewarb sich auf die WM, da es als Mitglied der BRICS-Staaten (Brasilien, Indien, China, Südafrika) eine aufstrebende Nation, in Südamerika eine wirtschaftlich bedeutende und im Fußball eine tonangebende Macht darstellt. Neben Gewinnen großer Konzerne (Sponsoren sind adidas, Coca Cola, Sony, Emirates und einige brasilianische Großunternehmen, v.a. Baufirmen, in denen sich die Leute kaputtschuften dürfen) spielt Prestige eine große Rolle. Damit ein Land die WM austragen darf, müssen vorher viele, viele Scheine in die Taschen der FIFA-Funktionäre wandern. Dieser Leute verbinden ihre Liebe zum Sport mit der Funktion, Plattform für die Verbindung sportlicher und ökonomischer Interessen zu spielen – diese Monopolstellung lassen sie sich natürlich was kosten. Viel einfacher und trotzdem richtiger als in der Formel: “WM = Armut der Bevölkerung + Gewinne für FIFA und Konzerne” kann man die WM nicht zusammenfassen. Fragt mal die Südafrikaner. Oberflächlich scheint diese Kritik den Fußballhass vieler Linker zu stützen: Fußball lenkt die Leute vom Wesentlichen ab, ist nur Geldmacherei und macht zudem besoffen und nationalistisch. Aber: Muss das so sein?

“Deutschland ist die #1 und wir holn den Titel Heim, stelln das Dosenbier ins Eis, heut gibts ne große Sauferei.” (Kay One)

So, wie es Rapper Kay One darstellt, empfinden viele “Linke” den Fußball: Eine kommerzielle Party für biertriefende Prolls mit Minderwertigkeitsgefühl, die dann den Nazi in sich rauslassen. Dabei geht es geht im Grunde um die Frage der Einbettung des Sports in eine kapitalistische Gesellschaft, die Funktion von Nationalismus und eine vernünftige Kritik am Ganzen – sowie einige Stolperfallen – Vorsicht, Stufe.

Stufe 1: “Fußball ist nur Kommerz, da mache ich nicht mit”

Stimmt erstmal, ist aber überall so: Ob im Kino, im Theater (gut, das ist stark subventioniert) oder auf dem Konzert – überall kostet der Eintritt Geld, überall gibts Sponsoren und wirtschaftliche Anhängsel, die von der Veranstaltung Gewinn oder zumindest Werbung erwarten. Eine Kritik, die auf jegliche Kultur im Kapitalismus zutrifft, wird exklusiv für den Fußball reserviert. Da sind die (kritischen) Brasilianer schlauer: Sie wollen den Fußball, aber für alle und nicht als Geldmaschine für Großkonzerne und die FIFA. Ihr Kampf ist nicht nur die Verteidigung des sozialen Status Quo, sondern auch der Versuch, ihren Sport nicht einer Schicht reicher Oligarchen zu überlassen.

Stufe 2: “Boah die dummen Prolls mit ihrem Asi-Sport”

Ein beliebter Fehler der postmodernen Linken. Da man keine Konzepte mehr hat, wie man die Leute erreichen kann, spricht man ihnen lieber die Intelligenz ab und lässt sie an den eigenen super-aufgeklärten Maßstäben scheitern: So erübrigt man sich die weitere Befassung mit dem Problem und fühlt sich dabei noch moralisch erhaben. Die größten Dialektiker, die sonst mit Begriffen wie Totalität, Verdinglichung und Basis-Überbau argumentieren, vergessen häufig ihr Grundvokabular, wenn es um Fußball geht und erblicken im runden Leder eine Art mystische Kraft, die die Leute zu geifernden Idioten macht. Als wäre dem Fußball ein zauberhaftes Wesen eigen. Gegenthese: Nicht der Fußball “an sich” ist dumm, er wird dumm gemacht. Von der FIFA, Großkonzernen und Sendern wie Sky, die aus dem Fußball ein oberflächliches TV-Spektakel machen. Fußball ist wie die Naturwissenschaft: Lebt man in einer Gesellschaft, die lieber Bomben verkaufen will, als Krebs zu bekämpfen, wird nicht viel Gutes dabei herauskommen – und mit dem Fußball ist es ähnlich. In ihm steckt mehr Potenzial, als ihm der Kapitalismus zugesteht.Ballkontrolle

Stufe 3: Der “Party-Patriotismus”

Auch hier geht es um angeblich dumme Prolls, aber auch das nationale Kollektiv. Viele Linke meinen, das Problem der Sehnsucht nach (nationaler) Vergemeinschaftung mit einem Schopenhauer-Zitat über den Nationalstolz – den haben nämlich nur Deppen, die sonst nix können – lösen zu können. Damit kann man sich dann zufrieden geben, oder forscht weiter nach: Führt Fußball automatisch zu Völkerverständigung und Frieden, wie Gauck und die FIFA meinen, oder zu nationalistischen Ausbrüchen und völkischen Mobs? So denken Antideutsche und postmoderne Ideologen. Weder noch. Es ist auch hier eine Frage der Einbettung: Im Kapitalismus wird alles dafür getan, Klassengegensätze hinter Gerede über die Nation verschwinden zu lassen. Das klappt in Brasilien grad nicht so gut, wird hier von Wirtschaft und Politik aber erfolgreich mit gratis Fähnchen, “Du bist Deutschland” usw. forciert. Die Standortlogik findet so ihren Weg in den Fußball. Zwar ist man recht weit unten in der Befehlskette und wird getreten, aber anstatt zu seinem Recht, kann man so wenigstens noch zu seinem Ausdruck (“Ich als Deutscher”) kommen und sich als Teil der unüberschaubar großen Masse von (Export-)Weltmeistern fühlen.
Da hilft nur, nicht vor dem Fußball und den Fahnenschwenkern wegzulaufen, sondern das Gespräch zu suchen: Über Klassengegensätze, Nationalismus und wie gut Fußball und das Leben sein könnten.

Moritz, Bochum

Mindestlohn-CollageHeute fand auf dem Holzmarkt in Tübingen eine ver.di-Aktion zum Thema gesetzlicher Mindestlohn statt. Als SDAJ unterstützen wir den Kampf der KollegInnen natürlich solidarisch, fordern aber mehr! Wir brauchen nicht nur einen Mindestlohn ohne Ausnahmen und Schlupflöcher, sondern auch einen Mindestlohn, der auch wirklich zum leben reicht! Und dafür sind 8,50 deutlich  zu wenig!

Hier der Text von unserem Flugblatt:

Weder flächendeckend noch ausreichend – Zum Beschlossenen Mindestlohn der Bundesregierung

Am Donnerstag hat der Bundestag die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland beschlossen. Eben dieser war DAS Wahlthema der SPD und seine Einführung für sie von größter Wichtigkeit. Zu stark und deutlich war der gesellschaftliche Wille, einen Mindestlohn gesetzlich zu verankern. Da sich viele SPD-WählerInnen allein durch das Bündnis mit der Union verraten gefühlt haben, mussten medienwirksam nun ein paar Brotkrumen für die Bedürftigen vom Tisch fallen um die Meute zu besänftigen.

Versprochen hatte Arbeitsministerin Andrea Nahles einen flächendeckenden Mindestlohn, der für alle zum Leben reicht. Beide Ziele wurden mit dem beschlossenen Mindestlohn grandios verfehlt!

Der Beschluss ist gespickt von Ausnahmen: PraktikantInnen, Minijobber und Jugendliche unter 18 sind beispielsweise von diesem Mindestlohn ausgeschlossen. Also genau die gesellschaftlichen Gruppen die von Ausbeutung durch schlechte Löhne mit am meisten betroffen sind. Angeblich sollen unter 18-Jährige durch den Ausschluss dazu bewegt werden, eher eine Ausbildung zu beginnen als zu jobben. Was Frau Nahles dabei anscheinend vergessen hat: Auch die Ausbildungsvergütung reicht in den meisten Fällen nicht für ein selbstbestimmtes Leben. Darum forden wir als SDAJ für Auszubildende eine Mindestvergütung von 1200 Euro netto. Ein Mindestlohn mit Ausnahmen rüttelt also nicht im geringsten an den prekären Bedingungen unter denen Jugendliche und insbesondere junge Frauen in Praktika, Minijobs und Ausbildung arbeiten und leben müssen. Ein weiteres Problem ist die Höhe. 8,50€ sollen angeblich für ein „gutes Leben“ reichen. Wie wenig das möglich ist, rechnete bereits letztes Jahr die Initiative für einen Mindestlohn von 10 Euro brutto, lohnsteuerfrei:

„Mit 8,50 Euro hätte Moritz Müller bei einer 38,5 Stundenwoche einen Lohn von 1.420 Euro brutto oder 1.040 Euro netto. Damit kann er erfolgreich Hartz IV beantragen. Sein Regelsatz beträgt nämlich 382 Euro und die durchschnittliche Warmmiete 381 Euro, zusammen also 763 Euro. Aufgrund des Freibetrags für Erwerbstätigkeit in Höhe von 300 Euro werden statt 1.040 Euro nur 740 Euro seines Nettolohns als Einkommen angerechnet. Er hat also bei 381 Euro Warmmiete Anspruch auf 23 Euro staatliche Unterstützung.“

Obwohl es seit Beschluss des Koalitionsvertrages immer wieder Proteste gegen einen solchen Mindestlohn mit Ausnahmen gab und mehrere Veröffentlichungen aufzeigten, wie wenig der Bevölkerung ein solche Mogelpackung bringt, hat Andrea Nahles ihr Vorhaben rigoros durchgesetzt. Hier wird einmal mehr deutlich, auf wessen Seite diese Regierung steht: Auf der Seite der Banken und Konzerne und nicht auf der Seite der Bevölkerung. Ein Mindestlohn von 8,50€ liegt weit unter den Reproduktionskosten und nützt uns so überhaupt nichts!

All das zeigt uns: Der Kampf um bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen bleibt weiterhin notwendig. Darum fordert wir einen Mindestlohn von 12 Euro und unterstützen auch die Initative für einen Mindestlohn von 10 Euro, lohnsteuerfrei. Versprechen zur Verbesserung der Lage von Seiten der Regierung werden nicht oder- wie hier – mehr als mangelhaft umgesetzt. Schließen wir uns zusammen, um für unsere Rechte einzutreten. Frau Nahles tut dies garantiert nicht!

Zur ausführlichen gemeinsamen Stellungnahme der Geschäftsführung der SDAJ und des Sekretariats der DKP

Am Mittwoch den 18. Juni haben wir mit einer „Outing“-Aktion in der Tübinger Altstadt auf die katastrophalen Zustände in den Wohnheimen des Uniklinikums und die schlechten Arbeitsbedingungen der Auszubildenden aufmerksam gemacht.

Hier gibt’s unsere Kleinzeitung zum Outing als pdf. zum Download.

„Wir lassen das Wasser erstmal eine Viertelstunde lang laufen, damit sie sich von der braunen Brühe zu klarem Wasser verwandelt“, so beschreibt eine junge Auszubildende ihren alläglichen Morgen. Aber nicht nur dreckiges Wasser, sondern auch eine mögliche Legionellenbelastung stellt eine Gefahr für die Gesundheit der Azubis dar. Und nicht nur das: Im Winter bilden sich „Eiszapfen in den Fenstern“ und ohne ein zusätzliches Heizgerät kommt man nicht aus. Dieses baufällige Gebäude wurde inzwischen von Mitgliedern des Landtages besucht, jedoch hat sich an der Lage selbst noch nichts geändert. Auch eine Camping-Aktion der BewohnerInnen fand in den letzten Tagen statt. Um ein Zeichen gegen die unzumutbaren Zustände in den Wohnheimen zu setzen, wollen wir sie plakativ aufdecken, und so ein Bewusstsein dafür schaffen, dass trotz schwarzer Zahlen am Uniklinikum die Wohnsituation der eigenen MitarbeiterInnen nach wie vor miserabel ist.

Aber nicht nur die Wohnungslage ist miserabel, sondern auch die Arbeitsbedingungen der Azubis: Eine bessere Anleitung in der Praxis, weniger Überstunden und eine bessere Vergütung wünschen sie sich. Diese Forderungen formulierten sie auch lautstark beim letzten Warnstreik am Uniklinikum, bei dem sie gemeinsam mit einem großen Teil der Belegschaft für ihre Interessen eintraten. Trotzdem sind die Forderungen der Azubis bei den letzten Tarifverhandlungen fast vollständig unter den Tisch gefallen – ein weiterer Grund, sie noch einmal zu thematisieren Solche Zustände sind kein Einzelfall, sondern der Regelfall an deutschen Kliniken.

Letzten Endes kommt es aber darauf an, dass die Belegschaft des Uniklinikums sich in den Auseinandersetzung mit der Klinikumsleitung nicht spalten lässt und in Zukunft noch kämpferischer und hartnäckiger für ihre Forderungen eintritt! Dazu wollen wir mit unseren Aktionen einen Beitrag leisten.

 Das Outing reiht sich in usnere Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die miserablen Arbeits- und Ausbildungsbedingungen der Arbeiterjugend in Deutschland aufzudecken und zu skandalisieren. Als konkretes Ziel fordern wir daher ein Ausbildungsgesetz.

Pfingsthütte_front_small„Gemeinsam lernen, kämpfen, feiern…!“

Liebe FreundInnen, GenossInnen und Menschen, die eins von beidem oder beides noch werden wollen,

hiermit laden wir euch zu unserer Pfingsthütte 2014 ein! Gemeinsam wollen wir vom 06.06. – 09.06. im wunderschönen Mörtelstein bei Heilbronn lernen und feiern, spannend diskutieren und für Demos trainieren. Freut euch auf ein ausgefeiltes Programm, welches uns mit Theorie und Praxis Workshops als Verband inhaltlich weiter bringen und gleichzeitig viele Möglichkeiten des Kennenlernes und des gemeinsamen Feierns beinhalten wird.

Den Programmflyer als pdf findet ihr hier: Pfingsthütte 2014

Viele freie Plätze gibt es leider nicht mehr, trotzdem ist es für Anmeldungen noch nicht zu spät. Einfach eine mail mit dem Betreff „Pfingsthütte 2014“ an info[at]sdaj-bawue.de schicken – alle weiteren Infos zur Anreise etc. bekommt ihr dann sofort von uns.

Kosten:
Der Teilnahmebeitrag beläuft sich momentan auf 25 Euro. Darin enthalten ist die Hütte und die Verpflegung für das ganze Wochenende. Desweiteren wollen wir eine Fahrtkostenumlage machen – damit alle, egal von wo sie anreisen, die gleichen Kosten für das Wochenende haben. Selbstverständlich hängt die Teilnahme an der Pfingshütte nicht vom Geldbeutel ab – d.h. sprecht in euren Gruppen mit den Leuten, die sich finanziell nicht in der Lage sehen die Kosten zu tragen und überlegt gemeinsam, wie ihr das Geld als Gruppe trotzdem aufbringen könnt.

Also: einfach gute Laune und etwas Bedruckbares (T-Shirt, Tasche etc. für Siebdruck) mitbringen – Wir freuen uns jedenfalls auf ein großartiges Wochenende mit Mampf, Kampf und Freizeit mit euch!

In diesem Sinne: Friede den Hütten – Krieg den Palästen!

Eure SDAJ Baden-Württemberg

europaweite-aktionstage-740x240Samstag 17. Mai 2014 // Blockupy Aktionstag in Stuttgart // Demo 12 Uhr, Auftaktkundgebung: Lautenschlagerstraße/ HBF // weitere Aktionen nach der Abschlußkundgebung

Aus dem Aufruf der Blockupy Initiative Süd: “Unter dem Motto „solidarity beyond borders – building democracy from below“ findet am Samstag 17. Mai 2014 in mehreren europäischen Städten ein dezentraler Blockupy-Aktionstag statt.

Wir wollen damit der autoritären Krisenpolitik entgegentreten, einer Politik der Verarmung, Entrechtung und Entdemokratisierung. Durch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission werden viele Menschen ins Elend gestürzt – in besonders erschreckendem Maße im Süden Europas. Wir halten dagegen, mit bunten, direkten Aktionen und grenzenloser Solidarität!”

Das Motto der Demo in Stuttgart lautet “Macht Europa anders”. Ein anderes Europa – ein Europa der Solidarität und des Widerstands gegen Troika, Krieg und Imperialismus – ist nur im Kampf gegen die EU, und nicht durch Illusionen in ihre angeblich Reformierbarkeit zu haben, wie sie zum Beispiel die Linkspartei verbreitet. Die Positionen der SDAJ zur EU und zur EU-Wahl am 25. Mai kannst du hier nachlesen: Position EXTRA zur EU-Wahl. Wir rufen zur breiten Beteiligung an den Blockupy Aktionstagen auf.

Nein zum Europa der Banken und Konzerne! Nein zum Europa des Kapitals! Für ein Europa der Solidarität und des Widerstands!

befreiungZur Erinnerung an den Tag der Befreiung, den 8. Mai 1945 hat die SDAJ Freiburg gestern am Platz der altern Synagoge mit vielen AntifaschistInnen aus Freiburg eine Kundgebung abgehalten und Flyer verteilt. In Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus wurde eine Schweigeminute einberufen und rote Nelken niedergelegt.

Im Folgenden hier unserer Redebeitrag für diejenigen, die nicht mit uns dort sein konnten:

Am 08. Mai 1945 – heute vor genau 69 Jahren – wurde der Hitler-Faschismus besiegt und dem größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte durch die Alliierten ein Ende gesetzt. Die Eroberung Berlins durch die Rote Armee zwang die Nazis zur bedingungslosen Kapitulation. Aber von „Kapitulation“ sprechen nur jene, für die dieser Tag eine Niederlage war – wir wollen heute den Tag der Befreiung feiern!
Wir feiern diesen Tag als Sieg de Völker über den Nazi-Faschismus, als Befreiung von der schändlichsten Rolle, die Deutschland je gespielt hat.
Zwölf Jahre lang haben die Faschisten Europa mit ihrem Terror überzogen und immer tiefer in den Krieg getrieben. Eine bis dahin unvorstellbare Aggression wurde nach außen vom Zaun gebrochen: der Überfall auf die Nachbarländer im Westen wie im Osten, der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und damit die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Profiteur war die deutsche Industrie, die an Aufrüstung, Krieg und Zwangsarbeitern verdiente.
Innerhalb des Deutschen Reiches und in den besetzten Gebieten wurde ein beispielloses Gewalt- und Ausrottungsprogramm durchgesetzt: die industrielle Vernichtung der Jüdinnen und Juden, Hunderttausender Sinti und Roma, Homosexueller und Menschen mit Behinderung, die massenhafte Ermordung von Millionen sowjetischer Kriegsgefangener sowie die Zerschlagung der Arbeiterbewegung und die fast vollständige Liquidierung jeder politischen Opposition. KommunistInnen wurden eingesperrt, gefoltert, ermordet, weil sie für konsequenten Widerstand gegen Faschismus und Kapitalismus standen.
Als junge Kommunist_innen und Antifaschist_innen betrachten wir es als unsere Aufgabe und unsere Pflicht, heute nicht nur an die zahllosen Opfer des Faschismus zu erinnern, sondern auch an jene Menschen, die alles aufs Spiel gesetzt und aktiv für die Befreiung gekämpft haben. Die internationalen Freiwilligen im spanischen Bürgerkrieg, die Kämpfer_innen der Roten Armee und der Alliierten, die Frauen und Männer im Widerstand und in den vielen Partisaneneinheiten überall in Europa – ihnen gelten heute unser Dank und unser Andenken!
Der 8. Mai 1945 war der Tag, an dem diese Hölle der Konzentrationslager, der Mordanstalten, der institutionalisiertes Menschenfeindlichkeit ein Ende gesetzt wurde und die Verbliebenen das Unglaubliche überlebt hatten. Die überfallenen Nationen konnten aufatmen.
Nach dem diesem Tag gab es zwei Losungen, an denen die Zukunft Deutschlands gemessen werden sollte: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
Dieser Tag ist für uns auch heute ein Tag der Mahnung, denn „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, wie Brecht 1955 warnte.
In der BRD dauerte es nach dem Krieg nicht lange bis viele Nazis wieder führende Posten in Politik, Wirtschaft und Verwaltung übernehmen konnten. Viele Täter blieben unbestraft. Gleichzeitig wurden Antifaschist_innen, darunter zahlreiche Kämpfer_innen des kommunistischen Widerstands, bald wieder verfolgt und eingesperrt.
Die heutige Realität ist davon Kontinuität:
– Die Versammlungsfreiheit von Nazis wird mit brutaler Polizeigewalt durchgesetzt, während AntifaschistInnen kriminalisiert werden. Deutsche Behörden decken und unterstützen mordende Nazibanden wie den NSU.
– Krisenbedingte Unsicherheit ist Nährboden für die Zunahme von rassi-stischen und antisemitischem Gedankengut im Alltag. MigrantInnen, Arbeitslose oder das personifizierte jüdische Finanzkapital müssen als Sündenböcke herhalten, werden als Krisenversacher und Sozialschmarotzer bezeichnet und in Flüchtlingsheimen tätlich angegriffen.
– Seit 1999 nimmt Deutschland wieder an Angriffskriegen teil, ist mit seinen Truppen rund um die Welt präsent und baut die Bundeswehr in eine Angriffsarmee um.
– Um seine Einflussphären zu sichern, wird in der Ukraine die Unterstüt-zung von offen faschistischen Kräften forciert.
Wir sehen, die Bourgeoisie kehrt wieder dahin zurück, den Faschismus als Instrument im Klassenkampf zur Spaltung der Arbeiterklasse zu dulden. Faschismus ist die offenste und brutalste Form des Kapitalismus; er dient dazu, die fortschrittlichen Kräfte zu spalten und gewaltsam zu bekämpfen, während sich die Bourgeoisie mehrheitlich weiter mit einem demokratischen Schafsfell bedecken kann.
Dem gilt es sich zu widersetzen und deutlich zu machen, dass von diesem Land nie wieder Krieg entstehen darf, dass deutsche Profitinteres-sen nicht noch einmal die Welt in Schutt und Asche versetzen dürfen, dass die faschistische Ideologie nicht noch einmal in die Köpfe dringt.
Daher ist unsere Losung als Antifaschistinnen auch knapp 70 Jahre nach dem 08. Mai 1945, den Faschismus mitsamt seiner Wurzeln auszureißen.
Nie wieder Fachismus, nie wieder Krieg!

No Pasaran Ukraine_headerAm 8. Mai 1945 – vor heute 69 Jahren – kapitulierte Nazideutschland gegenüber den Alliierten der Anti-Hitler-Koalition. Die Rote Armee war bis nach Berlin vorgestoßen und hatte dem deutschen Faschismus damit den letzten Schlag versetzt.

Der 8. Mai war keine Niederlage, sondern für viele Millionen Menschen ein Tag der Befreiung. Deshalb erinnern wir jedes Jahr an all jene mutigen Menschen, die die Befreiung möglich gemacht haben – und nicht zuletzt an die vielen Millionen, die dabei ihr Leben verloren haben: Die RotarmistInnen und anderen alliierten Soldaten, die PartisanInnen und WiderstandskämpferInnen im Untergrund, die Deserteure, Saboteure und AntifaschistInnen aller Länder Europas!

Flugblatt der SDAJ zum Tag der Befreiung

Dieses Jahr steht der 8. Mai besonders im Zeichen der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. Das dort mit Hilfe der EU eingesetzte Putsch-Regime setzt faschistische paramilitärische Truppen gegen seine GegnerInnen ein. Fast täglich erreichen uns neue Schreckensmeldungen von ermordeten AntifaschistInnen, brennenden Gewerkschaftshäusern und überfallenen Büros der Kommunistischen Partei. Wir rufen zur dringenden Solidarität mit allen AntifaschistInnen in der Ukraine auf! NO PASARÁN! Spendet an die Rote Hilfe, unterstützt die Betroffenen!

Flugblatt zur Ukraine: NO PASARÁN

Vota Comunista!

Gepostet am Mai 2014 Baden-Württemberg

3. Mai 2014

Vier Mal 90 Sekunden roter Klartext gegen das Europa der Banken und Konzerne

In einem alten Soulsong von Gil Scott-Heron heißt es im Refrain richtig: “The revolution will not Be televised”* – und so kann auch ein DKP-Wahlspot in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern nicht mehr sein als als ein Aufblitzen in diesem Land. Aber ohne diesen “roten Aufblitzer” wäre die Medienlandschaft noch gleichförmiger – die notwendige Kritik an der EU als ein Instrument der (deutschen) Banken und Konzerne zur forcierten Ausbeutung der Werktätigen Europas wäre im Fernsehen überhaupt nicht wahrnehmbar. Deshalb hat sich die DKP trotz eines kleinen Wahlbudgets entschieden, die DKP-KandatInnen Erika Baum und Paul Roermond ins Rennen zu schicken, um den Menschen vor den Fernsehern den Standpunkt der Kommunistinnen und Kommunisten zur EU darzulegen.
Insgesamt vier Sendetermine mit je 90 Sekunden wurden der DKP von den öffentlich-rechtlichen Sender zugebilligt. Es ist davon auszugehen, dass den GroKo-Parteien und anderen mehr Sendetermine eingeräumt werden. Schwerwiegender ist aber, dass diese Parteien auch nach dem EU-Wahlkampf die TV-Sender als Bühne nutzen werden, um Kriegseinsätze, Sozial- und Demokratieabbau zu rechtfertigen. Dagegen hilft nur eines: den Widerstand zu organisieren – in den Gewerkschaften, in Bürgerinitiativen und nicht zuletzt in der DKP. Und diesem Widerstand eine Stimme zu geben, heißt am 25. Mai: DKP wählen.

Die Sendetermine im Überblick:

ARD
Samstag, 03. Mai 2014, 22.28 Uhr
Freitag, 09. Mai 2014, 17.58 Uhr

ZDF
Dienstag, 06. Mai 2014, 17.55 Uhr
Mittwoch, 21. Mai 2014, 22.10 Uhr

abgeschrieben von news.dkp.de

* Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen werden.

Mehr Infos zur EU-Wahl?

Hier kannst du die POSITION Extra zur EU-Wahl der SDAJ herunterladen:

POSITIONExtra EU-Wahl
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Was läuft am 1. Mai?

Gepostet am April 2014 Baden-Württemberg

1.mai-website-header1…so einiges! Die SDAJ ist in allen Städten, in denen Gruppen aktiv sind, im Rahmen von Bündnissen an den Mobilisierungen zum Kampftag der Arbeiterklasse beteiligt.

In Freiburg beteiligen wir uns am antikapitalistsichen Block auf der DGB Demo (Motto: „So wie es ist bleibt es nicht!“). In Tübingen beteiligen wir uns am Jugendblock auf der Gewerkschaftsdemo und veranstalten anschließend ein internationalistsiches Straßenfest. In Stuttgart mobilisieren wir sowohl auf den antikapitalistsichen Block auf der DGB-Demo als auch auf die anschließende revolutionäre 1. Mai Demo.

UNSER AUFRUF ZUM 1. MAI 2014:

Unsere Zukunft statt eure Profite – Her mit dem Ausbildungsgesetz!

Klick hier  um das Video zum Jugendblock auf dem 1.Mai zu sehen!

Auch im Jahr 2014 das gleiche Bild: Wir – die arbeitende und lernende Jugend – geraten immer häufiger aufs Abstellgleis. Schmalspurausbildung, Überstunden, Angst vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV gehören für uns Jugendliche bereits zum Alltag. Die Kosten für die eigene Ausbildung gehen in die Höhe, die Qualität sinkt jedoch in den Keller. Ob in Deutschland, Spanien, Griechenland: Die anhaltenden Krise verschärft die miese Situation der Jugend in Europa noch einmal massiv.

Jung & Arbeitslos heißt keine Zukunft & keine Perspektive

Uns wird gesagt, dass wir uns in Deutschland doch freuen könnten: Im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern hätten wir doch „kaum Probleme“. Eine „läppische“ Arbeitslosenquote von Jugendlichen unter 25 von nur 7,5% – im Vergleich mit Quoten von über 50% in Spanien und Griechenland. Doch alleine 266000 Jugendliche tauchen in den „läppischen“ 7.5% nicht auf, weil sie in unterschiedlichsten „Warteschleifen“ à la „Berufsvorbereitendes Jahr (BVJ)“ stecken. Gleichzeitig wird verschwiegen, auf wessen Kosten die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland eigentlich gedrückt wird: Die Agenda 2010, besonders die Einführung von Hartz IV, hat dazu geführt, dass die Schere der Reichtumsverteilung immer weiter auseinander geht. Denn der Reichtum einer kleinen Minderheit (die reichsten 10% besitzen mehr als das 13fache der ärmsten 50%) lastet immer mehr auch auf den Schultern der Arbeitslosen und der Jugend. Wie jüngst das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie veröffentlicht hat, verfügen 49% der Jugendlichen in Ausbildung oder Praktikum über überhaupt kein Vermögen oder haben sogar Schulden – bei Arbeitslosen sind es sogar 65,5%. Damit schießt Deutschland den Vogel ab: In keinem anderen Land der Eurozone, d.h. weder in Spanien, noch in Griechenland, ist die Reichtumsverteilung so ungleich wie hier. Jung und arbeitslos sein, heißt in Deutschland, keinerlei Perspektive, keinerlei Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft zu haben.

Fünf „EU-Gipfel“ zur Jugendarbeitslosigkeit im Jahr 2013 haben die Situation für Jugendliche in Europa um kein Deut gebessert, im Gegenteil: Auf jedem dieser Treffen wurde festgestellt, dass sich die miese Situation noch mehr verbreitet, dass noch mehr Jugendliche ohne Job und ohne Zukunft dar stehen. Jetzt „noch mehr EU“ zu fordern, um aus dem Schlamassel herauszukommen, klingt wie ein schlechter Witz: Denn „mehr EU“ bedeutet mehr aggressive Sparpolitik und damit nur noch mehr Reichtum von Banken und Konzernen auf unsere Kosten, das heißt auf Kosten der Jugend von Europa. Deshalb heißt es für uns bei den Europawahlen am 25. Mai unsere Stimme gegen die EU zu erheben und die einzig wirkliche Alternative zu wählen: Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) stellt sich kompromisslos gegen die Sparpolitik der EU und die Umverteilung zugunsten der Banken und Konzerne.

Kämpfen für die eigenen Interessen: Gemeinsam, Solidarisch und International

Letztlich müssen wir unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen und unsere Perspektiven selbst erkämpfen: Ein Schritt dahin ist der Kampf für ein verbindliches Ausbildungsgesetz – statt einem „Ausbildungspakt“, der von der Bundesregierung und den Unternehmen gefeiert wird, obwohl der Mangel an Ausbildungsplätzen uns weiterhin ein selbstbestimmtes Leben unmöglich macht. Nicht mal jedes vierte Unternehmen in Deutschland bildet aus und selbst wenn, dann ist von Übernahme nach der Ausbildung meist keine Rede. Doch ein Ausbildungsgesetz, das jedem und  jeder Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und die unbefristete Übernahme im Beruf garantiert, ist ein wirksames Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit.

Wir müssen anfangen, für unsere eigenen Interessen und unsere Zukunft als Jugend von Europa zu kämpfen – denn weder ein Ausbildungsgesetz, noch die Befreiung von Existenzangst und Perspektivlosigkeit überhaupt wird uns einfach so geschenkt. Miese Ausbildungsbedingungen und schlechte Bezahlung müssen wir öffentlich bekämpfen und die Streiks der KollegInnen im Einzelhandel im Winter haben gezeigt: Kämpfen lohnt sich! Langfristig heißt unsere Perspektive Sozialismus: Es ist die einzige Gesellschaftsform, in der unsere Bedürfnisse und Interessen statt den Profiten der Banken und Konzerne wirklich eine Rolle spielen. Wenn wir das erreichen wollen, müssen wir uns im Betrieb in den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV), den Gewerkschaften und in der SDAJ organisieren. Denn niemand vertritt unsere Interessen und Bedürfnisse so gut wie wir selbst – im Betrieb, in der Schule und heute auf der Straße: Heraus zum 1.Mai!

Wir fordern ein Ausbildungsgesetz, welches u.a. Folgendes garantiert:

  • JedeR hat das Recht auf einen Ausbildungsplatz seiner/ihrer Wahl!
  • Wer nicht ausbildet, muss zahlen: Für eine Umlagefinanzierung!
  • Unbefristete Vollzeitübernahme im erlernten Beruf für alle!
  • Für ein Verbot von unbezahlter Ausbildung: Mindestausbildungsvergütung 1.200€ Netto!

 

Hier gibts eine Kopiervorlage für die 1.Mai Demonstration zum Download:

1.Mai_Kopiervorlage.pdf
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Die Gruppe Tübingen schreibt: Heute ist die erste Nummer unserer Kleinzeitung riseUP! erschienen. Für die erste Ausgabe haben wir das Gesundheitssystem im Kapitalismus und besonders die Situation der Auszubildenden am Uniklinikum hier in Tübingen genauer unter die Lupe genommen. Der Kapitalismus macht krank, und zwar sowohl das Pflegepersonal als auch die Patienten, und dagegen müssen wir uns wehren! Z.B durch einen lautstarken und kämpferischen Jugendblock am 1. Mai.

Hier geht’s zur pdf-Version der Zeitung: #1 riseUP! Viel Spaß beim lesen!

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