sdaj_header-KopieAusbildung und Arbeit sind oft kein Zuckerschlecken. Das beginnt bei der oft langen, und in manchen Fällen auch vergeblichen Suche nach einem Ausbildungsplatz, geht über fehlende Praxisanleitung, Schulgebühren, Überstunden, geringe Vergütung und schlechte Ausbildungsqualität und endet bei einer nur befristeten oder gar keiner Übernahme. Aber muss das so sein? Und wenn nicht, wieso sind dann Berichte über ausbildungsfremde Tätigkeiten, hohe Ausbildungsabbrecherquoten und Auszubildende, die ihr geringes Einkommen mit Hartz 4 aufstocken müssen, inzwischen eher die Regel als die Ausnahme? Wer profitiert von derartigen Zuständen und was lässt sich dagegen tun? Weshalb ist es auch für Kolleginnen und Kollegen im Metallbereich wichtig, was die angehende Friseurin oder der Bäckerazubi verdienen und zu welchen Bedingungen sie arbeiten? Wo liegen die Perspektiven und Grenzen von Gewerkschaftskämpfen im Kapitalismus? Diesen Fragen wollen wir auf unserem Jugendkongress zur Ausbildungssituation und für ein allgemeines Ausbildungsgesetz gemeinsam anhand von verschiedenen Workshops und Diskussionsrunden auf den Grund gehen.

Wann? Sonntag, 28.09.2014 10 – 15 Uhr

Wo? Bürgerzentrum Köln Ehrenfeld

Kosten? 10€ (Soli), 5€ (ermäßigt)

Weitere Infos zum Jugendkongress: http://jugendkongress2014.de/

DDR-Broschüre_cover-212x300Mauer, Stasi, alles grau – so sollen wir die DDR sehen. Zum 25. Jahrestag des „Mauerfalls“ am 9. November werden wir wieder einmal erklärt bekommen, dass die DDR ein Unrechtsstaat war, dass Freiheit und Sozialismus einander ausschließen, dass es keine Alternative zu parlamentarischer Scheindemokratie und angeblich sozialer Marktwirtschaft gibt. Mit der Broschüre „Ein anderes Deutschland war möglich. Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“ stellt die SDAJ ihre Sicht auf die DDR dar. In vier Abschnitten fragt die Broschüre: Was ist an der herrschenden Meinung dran, welche Interessen stehen dahinter? Was bedeutet der Sozialismus für den einzelnen, wieso war der Weg vom Arbeiterjugendlichen über eine gute Ausbildung in eine verantwortliche Position so typisch für den anderen deutschen Staat? Wer hat durch das Ende der DDR etwas gewonnen, wer hat verloren, was waren Gründe für das Scheitern der DDR? Und: Ist das Ende der DDR auch der Untergang des Sozialismus? Die Broschüre lässt junge Menschen aus dem Osten und solche, die die DDR mit gestaltet haben, zu Wort kommen, sie stellt die Entwicklung der DDR in ihren historischen Zusammenhang und ergänzt dies durch kurze Beiträge zur marxistischen Theorie. Für die SDAJ zeigen die Erfahrungen der DDR: Trotz aller Fehler und Schwächen ist der Sozialismus das Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Wie wir die DDR zu sehen haben, wollen wir uns nicht von Joachim Gauck und der Bild-Zeitung vorschreiben lassen.

Ein anderes Deutschland war möglich. Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“, 36 Seiten, 1,- Euro, erhältlich bei der SDAJ-Gruppe in deiner Stadt oder im jW-Shop. Check jungewelt.de

Stoppt den Krieg gegen Gaza!

Gepostet am 30. Juli 2014 Allgemein

Free Palestine BannerVor wenigen Stunden hat Israels Ministerpräsident Netanjahu eine Bodenoffensive gegen das palästinensische Volk angeordnet. Mit Flugzeugen, Kanonenboten und Panzern rücken israelische Streitkräfte auf Gaza zu, um den Weg für einen Einmarsch zu ebnen. Sowohl an der Grenze, als auch am Strand stehen mehrere Tausende israelische Soldaten bereit. Der Überfall des israelischen Staates auf das palästinensische Volk folgt auf die jüngsten Eskalationen des Nahostkonfliktes, für den der Tod von Jugendlichen aus Israel wie aus Palästina medial und politisch instrumentalisiert wurde. Die Zuspitzung des Konfliktes fällt in eine Zeit der politischen Einigung der zwei relevantesten palästinensischen Organisationen Hamas und Fatah und zeitgleich einer schweren israelischen Regierungskrise. Nach tagelangen Luftangriffen, mehreren hunderten Toten und einem zeitweiligen Waffenstillstand, will die israelische Regierung die Auseinandersetzung eskalieren lassen. Welche Folgen die militärische Offensive mit sich bringen wird, zeigen die letzten Kriege Israels gegen das palästinensische Volk. So wurden bei der letzten Großoffensive 2009 von Seiten der israelischen Streitkräfte angereichertes Uran und international geächtete C-Brandbomben mit weißem Phosphor auf Zivilisten abgefeuert.

Ziel der erneuten Aggression gegen Gaza ist die Spaltung des palästinensischen Volkes und das Schüren von Rassismus und Hass innerhalb der israelischen Gesellschaft. Die soziale Situation in Israel ist dramatisch, Arbeitslosigkeit und Existenzängste sind präsenter denn je und viele Menschen haben die Politik der Regierung satt, erleben am eigenen Leib welche Missstände dieses System hervorbringt. Auch Netanjahus Regierung steckt in einer Krise, die Koalition unter Führung der seit den letzten Wahlen geschwächten Likud bröckelt. Erst vor kurzem verließ die rechtsradikale Partei Jisra’el Beitenu unter Führung von Außenminister Avigdor Lieberman die Koalition, auch wenn sie noch vorerst in der derzeitigen Regierung verbleibt.

Gegen den Krieg gibt es Widerstand in Israel: Neben Wehrdienstverweigerern, die es ablehnen der Besatzungsarmee zu dienen, protestiert eine laute Friedensbewegung, die ein Ende von Krieg und Rassismus fordert. Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) ruft dazu auf, auch hierzulande solidarische Aktionen gegen den israelischen Krieg und für den Frieden in Palästina zu organisieren oder sich an solchen zu beteiligen. Wir fordern:

  • Sofortiger Stopp der Luftangriffe und der Bodenoffensive auf Gaza
  • Abzug der israelischen Besatzungsarmee
  • Stopp deutscher Waffenexporte nach Israel
  • Freiheit für Palästina!
Erklärung der Bundesgeschäftsführung der SDAJ
Essen, 18. Juli 2014

Link: Erklärung der Kommunistischen Partei Israels zu den Aggressionen gegen Gaza vom 13. Juli 2014 (RedGlobe.de)

Video: WMF-Aktion in Geislingen

Gepostet am 22. Juli 2014 Allgemein

WMF Collage_small

WMF Collage_smallAm 19. Juli 2014 fand anlässlich der geplanten Streichung mehrerer hundert Arbeitsplätze im Geislinger Werk des Küchengeräteherstellers WMF ein Protesttag statt, zu dem die dortigen Betriebsaktiven und die IG Metall aufgerufen hatten. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an der Kundgebung und einer Menschenkette rund um den Betrieb, so auch wir als SDAJ Gruppe Tübingen. Gemeinsam mit der DIDF Jugend Geislingen protestierten wir gegen die vom amerikanische Finanzinvestor KKR geplante Umstrukturierung des Betriebes, im Zuge derer (vorerst) 700 MitarbeiterInnen entlassen werden sollen. Offensichtlich soll wieder einmal ein rentabler Traditionsbetrieb ausgeschlachtet und finanziell ausgeblutet werden. Wie immer geht es dabei darum, auf dem Rücken der Belegschaft die Profite weiter zu maximieren – doch diese wehrt sich jetzt!

Die Redebeiträge von WMF-MitarbeiterInnen, Vereinen wie DIDF, Parteien und einer kirchlichen Initiative betonten die Notwendigkeit, die bevorstehenden Kämpfe gemeinsam und solidarisch zu führen. Wir verteilten eine gemeinsam mit unseren Genossinnen und Genossen der DKP verfasste Solidaritätserklärung, die bei den Anwesenden auf gute Resonanz stieß. Anschließend interviewten wir ein Mitglied der JAV und einen Auszubildenden des WMF-Werkes zur Lage im Betrieb (siehe Videobericht). Die Jugendlichen befürchten, dass sie als erste und am härtesten von den drohenden Sparmaßnahmen betroffen sein werden. Eine Übernahme nach der Ausbildung ist für die Azubis dann wohl nicht mehr drin – deshalb gilt es jetzt erst recht zu kämpfen!

Insgesamt wurde deutlich, dass unter den Beschäftigten großes Unverständnis über die geplanten Entlassungen herrscht: WMF erwirtschaftet alljährlich Gewinne von 5-7% – nichtsdestotrotz werden hunderte MitarbeiterInnen auf Grund der unersättlichen Profitgier der KKR auf die Straße gesetzt, genau wie es in etlichen anderen Betrieben der Region, die von Investoren ausgeschlachtet werden, der Fall war (z.B. Nogren).

Wir wünschen den Beschäftigten auch weiterhin viel Erfolg für die kommenden Kämpfe – unserer solidarischen Unterstützung können sich die Kolleginnen und Kollegen auch in Zukunft sicher sein!

“Einige Leute halten Fußball für einen Kampf um Leben und Tod. […] Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!”

Als die Fußballlegende Bill Shankly diese Worte sprach, bezog er sich auf seine Leidenschaft für den Sport. Für die Bevölkerung der brasilianischen Armenviertel ist die WM eine noch ernstere Sache, denn sie werden Opfer der Allianz aus FIFA-Mafia (klingt übertrieben, ist es nicht), einiger Weltkonzerne sowie ansässiger Großunternehmen. Welche Interessen dahinter stecken, wie die Bevölkerung Brasiliens auf die WM reagiert und was das mit der Linken in ‘Schland zu tun hat – darum geht es hier.

Facebook_Meme_Karls-Erkenntnis_Pressefest_finErst nehmen sie dir dein Haus, dann dein Stadion

Wie kommt es, dass in einem Land wie Brasilien, dessen Bevölkerung zu den fußballbegeistertsten der Welt gehört, vor Stadien demonstriert und die Vergabe der WM kritisiert wird? Ähnlich wie im Vorfeld der WM 2010 in Südafrika wendete der basilianische Staat horrende Summen (ca. 8,3 Milliarden Euro – doppelt soviel wie in Südafrika) für das Fußballspektakel auf. Gebäude mussten abgerissen werden, damit Stadien gebaut werden konnten, in denen sich der ursprüngliche Fan nun kein Ticket mehr leisten kann. In öffentlichen Einrichtungen, für Gehälter und Einstellungen fehlt aber jetzt das Geld. Besonders greifbar wird das Shankly-Zitat für die Bewohner der Favelas (Armenviertel) und die Demonstranten, die von einer “linken” Regierung für die FIFA verprügelt, vertrieben und erschossen werden, da der Anblick von Armut Fußballtouristen nicht zuzumuten ist bzw man versucht, die Gefahr eines Handtaschenraubs zu minimieren. Die Bevölkerung soll für das Turnier mit steigenden Preisen, Zerstörungen ihrer Häuser, dem Ausschluss vom Nationalsport Nummer 1 und sogar ihrem Leben bezahlen. Mehrere Tausend Favela-Bewohner wurden in den letzten Jahren getötet, damit “man” Weltmeister im eigenen Land werden kann. Ein kluges Volk, das sich dagegen wehrt. Gegen wen eigentlich?

Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach und am Ende gewinnt immer die FIFA

Es war absehbar, dass die WM zu einem Fiasko für den Großteil der brasilianischen Bevölkerung werden würde – auch, wenn der ehemalige Präsident Lula versprach, keine öffentlichen Ausgaben für die WM zu tätigen. Brasilien bewarb sich auf die WM, da es als Mitglied der BRICS-Staaten (Brasilien, Indien, China, Südafrika) eine aufstrebende Nation, in Südamerika eine wirtschaftlich bedeutende und im Fußball eine tonangebende Macht darstellt. Neben Gewinnen großer Konzerne (Sponsoren sind adidas, Coca Cola, Sony, Emirates und einige brasilianische Großunternehmen, v.a. Baufirmen, in denen sich die Leute kaputtschuften dürfen) spielt Prestige eine große Rolle. Damit ein Land die WM austragen darf, müssen vorher viele, viele Scheine in die Taschen der FIFA-Funktionäre wandern. Dieser Leute verbinden ihre Liebe zum Sport mit der Funktion, Plattform für die Verbindung sportlicher und ökonomischer Interessen zu spielen – diese Monopolstellung lassen sie sich natürlich was kosten. Viel einfacher und trotzdem richtiger als in der Formel: “WM = Armut der Bevölkerung + Gewinne für FIFA und Konzerne” kann man die WM nicht zusammenfassen. Fragt mal die Südafrikaner. Oberflächlich scheint diese Kritik den Fußballhass vieler Linker zu stützen: Fußball lenkt die Leute vom Wesentlichen ab, ist nur Geldmacherei und macht zudem besoffen und nationalistisch. Aber: Muss das so sein?

“Deutschland ist die #1 und wir holn den Titel Heim, stelln das Dosenbier ins Eis, heut gibts ne große Sauferei.” (Kay One)

So, wie es Rapper Kay One darstellt, empfinden viele “Linke” den Fußball: Eine kommerzielle Party für biertriefende Prolls mit Minderwertigkeitsgefühl, die dann den Nazi in sich rauslassen. Dabei geht es geht im Grunde um die Frage der Einbettung des Sports in eine kapitalistische Gesellschaft, die Funktion von Nationalismus und eine vernünftige Kritik am Ganzen – sowie einige Stolperfallen – Vorsicht, Stufe.

Stufe 1: “Fußball ist nur Kommerz, da mache ich nicht mit”

Stimmt erstmal, ist aber überall so: Ob im Kino, im Theater (gut, das ist stark subventioniert) oder auf dem Konzert – überall kostet der Eintritt Geld, überall gibts Sponsoren und wirtschaftliche Anhängsel, die von der Veranstaltung Gewinn oder zumindest Werbung erwarten. Eine Kritik, die auf jegliche Kultur im Kapitalismus zutrifft, wird exklusiv für den Fußball reserviert. Da sind die (kritischen) Brasilianer schlauer: Sie wollen den Fußball, aber für alle und nicht als Geldmaschine für Großkonzerne und die FIFA. Ihr Kampf ist nicht nur die Verteidigung des sozialen Status Quo, sondern auch der Versuch, ihren Sport nicht einer Schicht reicher Oligarchen zu überlassen.

Stufe 2: “Boah die dummen Prolls mit ihrem Asi-Sport”

Ein beliebter Fehler der postmodernen Linken. Da man keine Konzepte mehr hat, wie man die Leute erreichen kann, spricht man ihnen lieber die Intelligenz ab und lässt sie an den eigenen super-aufgeklärten Maßstäben scheitern: So erübrigt man sich die weitere Befassung mit dem Problem und fühlt sich dabei noch moralisch erhaben. Die größten Dialektiker, die sonst mit Begriffen wie Totalität, Verdinglichung und Basis-Überbau argumentieren, vergessen häufig ihr Grundvokabular, wenn es um Fußball geht und erblicken im runden Leder eine Art mystische Kraft, die die Leute zu geifernden Idioten macht. Als wäre dem Fußball ein zauberhaftes Wesen eigen. Gegenthese: Nicht der Fußball “an sich” ist dumm, er wird dumm gemacht. Von der FIFA, Großkonzernen und Sendern wie Sky, die aus dem Fußball ein oberflächliches TV-Spektakel machen. Fußball ist wie die Naturwissenschaft: Lebt man in einer Gesellschaft, die lieber Bomben verkaufen will, als Krebs zu bekämpfen, wird nicht viel Gutes dabei herauskommen – und mit dem Fußball ist es ähnlich. In ihm steckt mehr Potenzial, als ihm der Kapitalismus zugesteht.Ballkontrolle

Stufe 3: Der “Party-Patriotismus”

Auch hier geht es um angeblich dumme Prolls, aber auch das nationale Kollektiv. Viele Linke meinen, das Problem der Sehnsucht nach (nationaler) Vergemeinschaftung mit einem Schopenhauer-Zitat über den Nationalstolz – den haben nämlich nur Deppen, die sonst nix können – lösen zu können. Damit kann man sich dann zufrieden geben, oder forscht weiter nach: Führt Fußball automatisch zu Völkerverständigung und Frieden, wie Gauck und die FIFA meinen, oder zu nationalistischen Ausbrüchen und völkischen Mobs? So denken Antideutsche und postmoderne Ideologen. Weder noch. Es ist auch hier eine Frage der Einbettung: Im Kapitalismus wird alles dafür getan, Klassengegensätze hinter Gerede über die Nation verschwinden zu lassen. Das klappt in Brasilien grad nicht so gut, wird hier von Wirtschaft und Politik aber erfolgreich mit gratis Fähnchen, “Du bist Deutschland” usw. forciert. Die Standortlogik findet so ihren Weg in den Fußball. Zwar ist man recht weit unten in der Befehlskette und wird getreten, aber anstatt zu seinem Recht, kann man so wenigstens noch zu seinem Ausdruck (“Ich als Deutscher”) kommen und sich als Teil der unüberschaubar großen Masse von (Export-)Weltmeistern fühlen.
Da hilft nur, nicht vor dem Fußball und den Fahnenschwenkern wegzulaufen, sondern das Gespräch zu suchen: Über Klassengegensätze, Nationalismus und wie gut Fußball und das Leben sein könnten.

Moritz, Bochum

Mindestlohn-CollageHeute fand auf dem Holzmarkt in Tübingen eine ver.di-Aktion zum Thema gesetzlicher Mindestlohn statt. Als SDAJ unterstützen wir den Kampf der KollegInnen natürlich solidarisch, fordern aber mehr! Wir brauchen nicht nur einen Mindestlohn ohne Ausnahmen und Schlupflöcher, sondern auch einen Mindestlohn, der auch wirklich zum leben reicht! Und dafür sind 8,50 deutlich  zu wenig!

Hier der Text von unserem Flugblatt:

Weder flächendeckend noch ausreichend – Zum Beschlossenen Mindestlohn der Bundesregierung

Am Donnerstag hat der Bundestag die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland beschlossen. Eben dieser war DAS Wahlthema der SPD und seine Einführung für sie von größter Wichtigkeit. Zu stark und deutlich war der gesellschaftliche Wille, einen Mindestlohn gesetzlich zu verankern. Da sich viele SPD-WählerInnen allein durch das Bündnis mit der Union verraten gefühlt haben, mussten medienwirksam nun ein paar Brotkrumen für die Bedürftigen vom Tisch fallen um die Meute zu besänftigen.

Versprochen hatte Arbeitsministerin Andrea Nahles einen flächendeckenden Mindestlohn, der für alle zum Leben reicht. Beide Ziele wurden mit dem beschlossenen Mindestlohn grandios verfehlt!

Der Beschluss ist gespickt von Ausnahmen: PraktikantInnen, Minijobber und Jugendliche unter 18 sind beispielsweise von diesem Mindestlohn ausgeschlossen. Also genau die gesellschaftlichen Gruppen die von Ausbeutung durch schlechte Löhne mit am meisten betroffen sind. Angeblich sollen unter 18-Jährige durch den Ausschluss dazu bewegt werden, eher eine Ausbildung zu beginnen als zu jobben. Was Frau Nahles dabei anscheinend vergessen hat: Auch die Ausbildungsvergütung reicht in den meisten Fällen nicht für ein selbstbestimmtes Leben. Darum forden wir als SDAJ für Auszubildende eine Mindestvergütung von 1200 Euro netto. Ein Mindestlohn mit Ausnahmen rüttelt also nicht im geringsten an den prekären Bedingungen unter denen Jugendliche und insbesondere junge Frauen in Praktika, Minijobs und Ausbildung arbeiten und leben müssen. Ein weiteres Problem ist die Höhe. 8,50€ sollen angeblich für ein „gutes Leben“ reichen. Wie wenig das möglich ist, rechnete bereits letztes Jahr die Initiative für einen Mindestlohn von 10 Euro brutto, lohnsteuerfrei:

„Mit 8,50 Euro hätte Moritz Müller bei einer 38,5 Stundenwoche einen Lohn von 1.420 Euro brutto oder 1.040 Euro netto. Damit kann er erfolgreich Hartz IV beantragen. Sein Regelsatz beträgt nämlich 382 Euro und die durchschnittliche Warmmiete 381 Euro, zusammen also 763 Euro. Aufgrund des Freibetrags für Erwerbstätigkeit in Höhe von 300 Euro werden statt 1.040 Euro nur 740 Euro seines Nettolohns als Einkommen angerechnet. Er hat also bei 381 Euro Warmmiete Anspruch auf 23 Euro staatliche Unterstützung.“

Obwohl es seit Beschluss des Koalitionsvertrages immer wieder Proteste gegen einen solchen Mindestlohn mit Ausnahmen gab und mehrere Veröffentlichungen aufzeigten, wie wenig der Bevölkerung ein solche Mogelpackung bringt, hat Andrea Nahles ihr Vorhaben rigoros durchgesetzt. Hier wird einmal mehr deutlich, auf wessen Seite diese Regierung steht: Auf der Seite der Banken und Konzerne und nicht auf der Seite der Bevölkerung. Ein Mindestlohn von 8,50€ liegt weit unter den Reproduktionskosten und nützt uns so überhaupt nichts!

All das zeigt uns: Der Kampf um bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen bleibt weiterhin notwendig. Darum fordert wir einen Mindestlohn von 12 Euro und unterstützen auch die Initative für einen Mindestlohn von 10 Euro, lohnsteuerfrei. Versprechen zur Verbesserung der Lage von Seiten der Regierung werden nicht oder- wie hier – mehr als mangelhaft umgesetzt. Schließen wir uns zusammen, um für unsere Rechte einzutreten. Frau Nahles tut dies garantiert nicht!

Zur ausführlichen gemeinsamen Stellungnahme der Geschäftsführung der SDAJ und des Sekretariats der DKP

Am Mittwoch den 18. Juni haben wir mit einer „Outing“-Aktion in der Tübinger Altstadt auf die katastrophalen Zustände in den Wohnheimen des Uniklinikums und die schlechten Arbeitsbedingungen der Auszubildenden aufmerksam gemacht.

Hier gibt’s unsere Kleinzeitung zum Outing als pdf. zum Download.

„Wir lassen das Wasser erstmal eine Viertelstunde lang laufen, damit sie sich von der braunen Brühe zu klarem Wasser verwandelt“, so beschreibt eine junge Auszubildende ihren alläglichen Morgen. Aber nicht nur dreckiges Wasser, sondern auch eine mögliche Legionellenbelastung stellt eine Gefahr für die Gesundheit der Azubis dar. Und nicht nur das: Im Winter bilden sich „Eiszapfen in den Fenstern“ und ohne ein zusätzliches Heizgerät kommt man nicht aus. Dieses baufällige Gebäude wurde inzwischen von Mitgliedern des Landtages besucht, jedoch hat sich an der Lage selbst noch nichts geändert. Auch eine Camping-Aktion der BewohnerInnen fand in den letzten Tagen statt. Um ein Zeichen gegen die unzumutbaren Zustände in den Wohnheimen zu setzen, wollen wir sie plakativ aufdecken, und so ein Bewusstsein dafür schaffen, dass trotz schwarzer Zahlen am Uniklinikum die Wohnsituation der eigenen MitarbeiterInnen nach wie vor miserabel ist.

Aber nicht nur die Wohnungslage ist miserabel, sondern auch die Arbeitsbedingungen der Azubis: Eine bessere Anleitung in der Praxis, weniger Überstunden und eine bessere Vergütung wünschen sie sich. Diese Forderungen formulierten sie auch lautstark beim letzten Warnstreik am Uniklinikum, bei dem sie gemeinsam mit einem großen Teil der Belegschaft für ihre Interessen eintraten. Trotzdem sind die Forderungen der Azubis bei den letzten Tarifverhandlungen fast vollständig unter den Tisch gefallen – ein weiterer Grund, sie noch einmal zu thematisieren Solche Zustände sind kein Einzelfall, sondern der Regelfall an deutschen Kliniken.

Letzten Endes kommt es aber darauf an, dass die Belegschaft des Uniklinikums sich in den Auseinandersetzung mit der Klinikumsleitung nicht spalten lässt und in Zukunft noch kämpferischer und hartnäckiger für ihre Forderungen eintritt! Dazu wollen wir mit unseren Aktionen einen Beitrag leisten.

 Das Outing reiht sich in usnere Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die miserablen Arbeits- und Ausbildungsbedingungen der Arbeiterjugend in Deutschland aufzudecken und zu skandalisieren. Als konkretes Ziel fordern wir daher ein Ausbildungsgesetz.

Pfingsthütte_front_small„Gemeinsam lernen, kämpfen, feiern…!“

Liebe FreundInnen, GenossInnen und Menschen, die eins von beidem oder beides noch werden wollen,

hiermit laden wir euch zu unserer Pfingsthütte 2014 ein! Gemeinsam wollen wir vom 06.06. – 09.06. im wunderschönen Mörtelstein bei Heilbronn lernen und feiern, spannend diskutieren und für Demos trainieren. Freut euch auf ein ausgefeiltes Programm, welches uns mit Theorie und Praxis Workshops als Verband inhaltlich weiter bringen und gleichzeitig viele Möglichkeiten des Kennenlernes und des gemeinsamen Feierns beinhalten wird.

Den Programmflyer als pdf findet ihr hier: Pfingsthütte 2014

Viele freie Plätze gibt es leider nicht mehr, trotzdem ist es für Anmeldungen noch nicht zu spät. Einfach eine mail mit dem Betreff „Pfingsthütte 2014“ an info[at]sdaj-bawue.de schicken – alle weiteren Infos zur Anreise etc. bekommt ihr dann sofort von uns.

Kosten:
Der Teilnahmebeitrag beläuft sich momentan auf 25 Euro. Darin enthalten ist die Hütte und die Verpflegung für das ganze Wochenende. Desweiteren wollen wir eine Fahrtkostenumlage machen – damit alle, egal von wo sie anreisen, die gleichen Kosten für das Wochenende haben. Selbstverständlich hängt die Teilnahme an der Pfingshütte nicht vom Geldbeutel ab – d.h. sprecht in euren Gruppen mit den Leuten, die sich finanziell nicht in der Lage sehen die Kosten zu tragen und überlegt gemeinsam, wie ihr das Geld als Gruppe trotzdem aufbringen könnt.

Also: einfach gute Laune und etwas Bedruckbares (T-Shirt, Tasche etc. für Siebdruck) mitbringen – Wir freuen uns jedenfalls auf ein großartiges Wochenende mit Mampf, Kampf und Freizeit mit euch!

In diesem Sinne: Friede den Hütten – Krieg den Palästen!

Eure SDAJ Baden-Württemberg

europaweite-aktionstage-740x240Samstag 17. Mai 2014 // Blockupy Aktionstag in Stuttgart // Demo 12 Uhr, Auftaktkundgebung: Lautenschlagerstraße/ HBF // weitere Aktionen nach der Abschlußkundgebung

Aus dem Aufruf der Blockupy Initiative Süd: “Unter dem Motto „solidarity beyond borders – building democracy from below“ findet am Samstag 17. Mai 2014 in mehreren europäischen Städten ein dezentraler Blockupy-Aktionstag statt.

Wir wollen damit der autoritären Krisenpolitik entgegentreten, einer Politik der Verarmung, Entrechtung und Entdemokratisierung. Durch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission werden viele Menschen ins Elend gestürzt – in besonders erschreckendem Maße im Süden Europas. Wir halten dagegen, mit bunten, direkten Aktionen und grenzenloser Solidarität!”

Das Motto der Demo in Stuttgart lautet “Macht Europa anders”. Ein anderes Europa – ein Europa der Solidarität und des Widerstands gegen Troika, Krieg und Imperialismus – ist nur im Kampf gegen die EU, und nicht durch Illusionen in ihre angeblich Reformierbarkeit zu haben, wie sie zum Beispiel die Linkspartei verbreitet. Die Positionen der SDAJ zur EU und zur EU-Wahl am 25. Mai kannst du hier nachlesen: Position EXTRA zur EU-Wahl. Wir rufen zur breiten Beteiligung an den Blockupy Aktionstagen auf.

Nein zum Europa der Banken und Konzerne! Nein zum Europa des Kapitals! Für ein Europa der Solidarität und des Widerstands!