Schülerinnen und Schüler der Seewiesenschule in Esslingen haben sich über das „Offene SchüliTreffen Stuttgart & Region“ organisiert!

Unterstützt durch die SDAJ Stuttgart wurde eine Kampagne an der Schule durchgeführt.
Flyer und Plakate machten auf einen „Vertrag“ aufmerksam, der die Schülerinnen und Schüler zum Renovieren ihres Klassenraums in der Freizeit zwingen sollte. Auch wurden, laut einigen Schülern, die Klassen gedrängt, diesen Vertrag „freiwillig“ zu unterschreiben.
Der Flyer des „Offenen SchüliTreffens Stuttgart & Region“ forderte die Schülerinnen und Schüler dazu auf, nicht zu unterschreiben und sich nicht dazu drängen zu lassen.
Damit wurden viele Personen erreicht, die nun auch im „Offenen SchüliTreffen Stuttgart & Region“ aktiv geworden sind.
Der Vertrag wurde kurz nach der Kampagne durch die Schulleitung zurückgenommen.
Somit wurde dieser Vertrag durch organisierte Schülerinnen und Schüler verhindert!

Unabhängige Bildung? – Der Einfluss von Unternehmen auf unseren UnterrichtWer sich damit beschäftigt, an welchen Stellen Unternehmen direkt oder indirekt Einfluss auf den Schulunterricht in Deutschland nehmen, merkt schnell, dass die eigentliche Frage lautet: „Wo nicht?“. Vielfältiger als die Ziele des Lobbyismus an Schulen sind nur die eingesetzten Methoden: Der Schul-Lobbyismus hat sich seit den 90er-Jahren stetig weiterentwickelt und ist heute ein regelrechter Profisport.

DIE ZIELE DER UNTERNEHMEN
Gegen eine geringe Spende an den Förderverein einer Grundschule sangen Zweitklässler in einer REWE-Filiale im Dezember 2017 ein Loblied auf die Supermarktkette. Was sich lächerlich anhört, steht beispielhaft für eine gängige Werbepraxis. Durch Spenden oder die Organisation von Wettbewerben werben Sparkassen, Supermärkte oder die lokale Bäckereikette für ein möglichst positives Image. Doch nicht immer kommt die Einflussnahme so plump daher. Die Ziele von Lobbyismus an Schulen lassen sich grob kategorisieren: Direkte Werbung für Produkte oder Unternehmen, Beeinflussung von Unterrichtsinhalten, Anpassung des Schulsystems an unternehmerische Bedürfnisse. Dabei hat vor allem der Einfluss von Unternehmen auf Unterrichtsinhalte und die Gestaltung des Schulsystems mittlerweile beängstigende Ausmaße angenommen.

DIE METHODEN UND AKTEURE
Die wohl wichtigsten Methoden zur Beeinflussung von Unterrichtsinhalten sind die Bereitstellung kostenloser Unterrichtsmaterialien und das Anbieten von Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte. Von den 30 DAX-Unternehmen stellen knapp 75% direkt oder über Stiftungen bzw. Dachverbände Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Diese Materialien sind in der Regel modern gestaltet, didaktisch hochwertig und „ready to use“. Gerade in Zeiten von chronisch unterfinanzierten Schulen (Stichwort Schuldenbremse) und Lehrkräftemangel, sind diese kostenlosen Materialien für überarbeitete LehrerInnen äußerst attraktiv. Ein Schelm, wer bei von der deutschen Autoindustrie erstellte Materialien zum Thema Nachhaltigkeit oder bei vom Lebensmittelhersteller Roché finanzierten Materialien zu gesunder Ernährung und Diabetes eine verfälschte Darstellung der zu vermittelnden Inhalte vermutet. Dabei verbergen sich die Unternehmen meist hinter (oft eigens für diesen Zweck geschaffenen) Stiftungen mit wohlklingenden Namen wie „Stiftung Lesen“ oder „Institut für ökonomische Bildung“.

INTERESSEN HINTERFRAGEN
Auch die Digitalisierung der Klassenzimmer wird von Unternehmen missbraucht. Denn bei einer flächendeckenden Umrüsten schlummern hier jährlich ca. drei Milliarden Euro Umsätze durch Hardware-Einkäufe. Und auch Programme für den Einsatz im Unterricht werden von Firmen wie Apple und Microsoft genutzt, um die Lehrkräfte zu abhängigen Werbefiguren zu machen. Die zahlreichen Arten der Einflussnahme durch Unternehmen, v.a. ihre subtileren Methoden, lassen sich hier nicht mal ansatzweise darstellen. In jedem Fall lohnt sich ein Blick ins Impressum Eurer Unterrichtsmaterialien: Wer hat die Materialien erstellt? Wer oder was verbirgt sich dahinter? Welches Interesse verfolgen die Ersteller damit? Allein, solche Fragen im Unterricht aufzuwerfen, sorgt bei dem Einen oder der Anderen vielleicht schon für ein Aha-Erlebnis.

[Leon, Hamburg]

Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj.org

Wir sind die Schüli AG der SDAJ Stuttgart!
Wir sind Schülerinnen und Schüler in der SDAJ Stuttgart, welche an den Verhältnissen etwas verändern möchten und wir fangen damit an unseren Schulen an!

Während ca. 57 Mrd. Euro in das Militär zum Krieg führen gesteckt werden sollen, verrotten unsere Schulen vor sich hin! Der Putz fällt von den Wänden, die Klassen sind zu groß und unsere Hausaufgaben werden immer mehr. Über die Schultoiletten brauchen wir gar nicht zu sprechen. Alleine von dem Geld für das Militär könnte man jährlich 2 457 neue Schulgebäude bauen oder für alle Schülerinnen und Schüler Bus und Bahn kostenlos machen!

Unser Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler zu organisieren um gemeinsam gegen die Missstände an den Schulen und für unsere Interessen zu kämpfen. Unsere Feinde sind dabei jedoch nicht die Lehrerinnen und Lehrer, sondern die Banken und Konzerne.
Die Lehrerinnen und Lehrer sind auch nur Teil der Leute, die in diesem System ausgebeutet werden.
Wir versuchen im ganz gegenteil mit den Lehrerinnen und Lehrern zusammenzuarbeiten, um etwas gegen diese Verhältnisse zu unternehmen!

Während es in der kapitalistischen Gesellschaft eine große Masse an Menschen gibt, welche keine Unternehmen besitzen und deshalb ihre Arbeitskraft verkaufen müssen gibt es auf der anderen Seite eine kleine herrschende Schicht, welche die großen Konzerne und Banken besitzt.
Um das aufrechtzuerhalten wird der großen Masse an Menschen in der Schule nur das wichtigste für den späteren Job beigebracht und nicht mehr.
Dies führt zu allem zu eins: Selektion und Leistungsdruck!

Deshalb reicht es nicht nur für einzelne Verbesserungen zu kämpfen, sondern wir müssen auch unsere derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch hinterfragen. Wir sind gegen die Selektion, gegen den zunehmenden Einfluss von Banken und Konzernen auf unsere Unterrichtsmaterialien und gegen Kürzungen im Bildungsbereich.
Klar haben die Banken und Konzerne kein Interesse an einer guten Bildung für alle und genau deshalb müssen wir gemeinsam und organisiert für unsere Interessen kämpfen!
Uns ist klar das unsere Forderung nach einem anderen Bildungssystem nicht im Kapitalismus (dem derzeitigen Wirtschaftssystem) durchsetzen können, sondern erst in einer sozialistischen Gesellschaft, welche sich an unseren Bedürfnissen und Interessen orientiert.

Du willst mehr über unsere Standpunkte wissen?
Dann schau doch mal hier oder schau dir unser aktuelles Kampagnenvideo an!

Du willst mitmachen?
Dann schreib uns an unter stuttgart@sdaj.org!

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