In einem Deutschland voller Waffenverkäufe, Kriegseinsätze und Aufrüstung ist die Münchner Sicherheitskonferenz ein zentrales Treffen für Medien, Militär, Politik und Wirtschaft um Waffenlieferungen, Kriegseinsätze und Aufrüstung zu planen und koordinieren. Dabei ist die Sicherheitskonferenz eine private Veranstaltung die mitfinanziert von der Regierung benutzt wird um Banken und Konzerne auf unsere Kosten zu Bereichern. Denn während eben jene dick Profit aus Krieg und Aufrüstung machen, wird bei uns immer weiter gekürzt. Auf 2% des BIP sollen die Ausgaben für Militär steigen das würde 20% des Bundeshaushaltes ausmachen, 20% die Schulen, Kultur und Soziale Einrichtungen bitter nötig hätten um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Deshalb waren wir gestern auf der Anti-SiKo-Demo in München!
Gemeinsam gegen Aufrüstung und Krieg.

Rechte Hetze hat aktuell Konjunktur – nicht nur in Wahlumfragen. Mit der „Alternative für Deutschland” ist rechtsradikale Politik in der gesamten Bundesrepublik wieder salonfähig geworden. In ihrem Windschatten blühen auch andere rechte Strukturen auf: „Identitäre Bewegung” (IB), „1% Prozent”, die Scheingewerkschaft „Zentrum Automobil” oder diverse „Pegida”-Ableger sind keine Randerscheinungen mehr, sondern haben politisch Oberwasser.
Auch in und gerade um Stuttgart nehmen die Aktivitäten der extremen Rechten in den letzten Jahren zu.
Karriere, Geld, politische Überzeugung; es gibt unterschiedliche Motivationen sich in rechten Parteien und Gruppen zu engagieren. Doch wer sind die treibenden Köpfe der Stuttgarter Rechten? Welche Bedeutung haben aktivistische Kleingruppen wie die „IB” in der Landesmetropole? Gibt es ein rechtes Problem im Ländle, und wenn ja: Welche Qualität hat es? Was kann dagegen getan werden?
ReferentInnen des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart und Region (AABS) geben einen Überblick über die bedeutendsten Personen der Stuttgarter Rechten, ihre Aktivitäten, beleuchten die Schnittmenge zur gewaltbereiten Naziszene und ordnen die Entwicklungen in den gesellschaftlichen Kontext ein.
Danach möchten zur Diskussion über Gegenstrategien einladen. Für Verpflegung ist gesorgt.

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 28. Februar um 19 Uhr und endet vermutlich gegen 21 Uhr im Welthaus Stuttgart.

Diese Veranstaltung findest du auch auf Facebook

Das Gespenst des Kommunismus hat wieder zugeschlagen!
Seit heute gibt es nun die „Arbeitsgemeinschaft Esslingen“ innerhalb der SDAJ Stuttgart!

Esslingen!
Einst eine alte Arbeiterstadt wird immer mehr zum Schauplatz reaktionärer Politik. Jugendliche wissen nicht wo sie hin sollen und unsere Jugendzentren sind bedroht, unsere Schulen vergammeln oder werden ganz geschlossen und reaktionäre und faschistische Organisationen sind in Esslingen auf dem Vormarsch! Sei es die „Identitäre Bewegung“, Autonome Nationalisten oder die AfD. Wir sagen reaktionären und faschistischen Organisationen klar den Kampf an! Dafür kämpfen wir mit allen fortschrittlichen Kräften und streben mit diesen eine enge Zusammenarbeit an.

Unser Ziel?
Die Abschaffung des Kapitalismus und die Schaffung einer Sozialistischen Gesellschaft wie es von Marx, Engels und Lenin begründet wurde.
Ein wichtiger Schritt dazu ist die Entwicklung von Klassenbewusstsein unter der Jugend, was wir durch das führen gemeinsamer Kämpfe – für unsere Interessen als Jugend und gegen das Interesse der Kapitalisten – entwickeln möchten. Sei es in Schule, Betrieb oder auf der Straße!

Mach mit bei uns!
Gemeinsam können wir was verändern! Gemeinsam sind wir stark!
Wenn auch du gemeinsam mit uns kämpfen willst, mach mit und schreib uns einfach an! (stuttgart@sdaj.org)

Revolutionäre Geschichte ist Stuttgart?! Ja das gibts!
Die AG Arbeitergeschichte und Kultur arbeitet gerade an einer Karte zum Thema „Revolutionäre Geschichte in Stuttgart und Region“.

Wenn du uns weiterhelfen möchtest, was interessantes weißt oder einfach nur mitarbeiten möchtest schreib uns unter: stuttgart@sdaj.org!

Die Karte findest du hier: https://goo.gl/mHzw77

Heute wollte die AfD in Stuttgart mal wieder eine „Demo“ veranstalten. Dank starken Antifaschistischen Protesten ist ihnen das jedoch nicht gelungen. Den knapp 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der AfD „Demo“, standen knapp 600 Antifaschistinnen und Antifaschisten im Weg. Da half ihnen die SSB (Stuttgart Straßenbahnen AG) doch direkt (mal wieder) aus der Klemme und stellte ihnen einen Bus zur Verfügung. Um dem Bus dann noch freies Geleit zu gewähren, prügelte die Polizei auf viele Personen ein. Dabei wurden einige Personen verletzt.

Die SDAJ Stuttgart solidarisiert sich mit allen Festgenommenen oder Verletzten Antifaschistinnen und Antifaschisten!

Schülerinnen und Schüler der Seewiesenschule in Esslingen haben sich über das „Offene SchüliTreffen Stuttgart & Region“ organisiert!

Unterstützt durch die SDAJ Stuttgart wurde eine Kampagne an der Schule durchgeführt.
Flyer und Plakate machten auf einen „Vertrag“ aufmerksam, der die Schülerinnen und Schüler zum Renovieren ihres Klassenraums in der Freizeit zwingen sollte. Auch wurden, laut einigen Schülern, die Klassen gedrängt, diesen Vertrag „freiwillig“ zu unterschreiben.
Der Flyer des „Offenen SchüliTreffens Stuttgart & Region“ forderte die Schülerinnen und Schüler dazu auf, nicht zu unterschreiben und sich nicht dazu drängen zu lassen.
Damit wurden viele Personen erreicht, die nun auch im „Offenen SchüliTreffen Stuttgart & Region“ aktiv geworden sind.
Der Vertrag wurde kurz nach der Kampagne durch die Schulleitung zurückgenommen.
Somit wurde dieser Vertrag durch organisierte Schülerinnen und Schüler verhindert!

Allgemein:

Vom 5. bis 11. November veröffentlichten wir täglich um 19:18 Uhr auf unserer Facebook-Seite einen Beitrag zur Novemberrevolution aus Stuttgart. Hier haben wir alle Beiträge nochmals zusammengefasst:

TAG 1/7:

Am 05. November 1918 erscheint in Stuttgart „Die Rote Fahne“.
Sie ist das „Mitteilungsblatt des Stuttgarter Arbeiter- und Soldatenrates“.
In der ersten Ausgabe werden folgende Forderungen der Räte veröffentlicht:

1. Sofortiger Waffenstillstand und Abschluß des Friedens durch den Arbeiter- und Soldatenrat.
2. Abdankung aller Dynastien, einschließlich Wilhelm II. von Württemberg.
3. Auflösung des Landtags und des Reichstags. Die Regierung übernehmen sofort zu wählende Delegierte der Arbeiter, Soldaten, Kleinbauern und der Landarbeiter.
4. Sofortige und vollständige Aufhebung des Belagerungszustandes. Aufhebung jeder Zensur, volle Preßfreiheit; Aufhebung des Hilfsdienstgesetzes.
5. Sofortige Freilassung aller politisch Inhaftierten und aller Militärgefangener ohne Ausnahme in Württemberg und im Reich.
6. Banken und Industrien sind zugunsten des Proletariats zu enteignen.
7. Annullierung der Kriegsanleihen von 1000 Mark aufwärts.
8. 7stündige Arbeitszeit; Festsetzung von Mindestlöhnen durch die Arbeiterausschüsse. Gleiche Löhne für männliche und weibliche Arbeiter.
9. Streiktage sind voll zu bezahlen.
10. Durchgreifende Umgestaltung des Heerwesens, nämlich
a) Verleihung des Vereins und Versammlungsrechts an die Soldaten in dienstlichen und außerdienstlichen Angelegenheiten;
b) Aufhebung des Disziplinarstrafrechts der Vorgesetzten; die Disziplin wird durch Soldatendelegierte aufrechterhalten;
c) Abschaffung der Kriegsgerichte;
d) Entfernung von Vorgesetzten auf Mehrheitsbeschluß der ihnen Untergebenen hin;
11. Abschaffung der Todesstrafe und der Zuchthausstrafe für politische und militärische Vergehen.
12. Übergabe der Lebensmittelverteilung an Vertrauensleute der Arbeiter.“

TAG 2/7:

Herbst 1918: Das Desaster des imperialistischen Weltkriegs zeichnet sich immer mehr ab. Millionen Soldaten sterben sinnlos an der Front. Das der Krieg nicht mehr gewonnen werden kann ist allen klar. Als dann noch Ende Oktober eine Flotte von Kiel aus zur „Entscheidungsschlacht“ auslaufen soll kommt es zu Meutereien und zu dem bekannten „Kieler Matrosenaufstand“. Überall im Reich kommt es zu Massendemonstrationen.

Stuttgart ist zu dieser Zeit tief „Rot“ trotz Monarchie. Ein Beispiel hierfür ist der in der Liederhalle stattfindende „Internationale Sozialistenkongress“ 1907.

In Stuttgart bilden sich Arbeiterräte in den großen Betrieben wie Daimler und Bosch. Soldatenräte in den Kasernen und auf dem Land werden Bauernräte gegründet. Die Räte werden immer stärker. Im Anhang findet ihr einen Aufruf zur Gründung solcher Räte aus damaliger Zeit und deren Aufbau.

TAG 3/7:

Clara Zetkin, eine Größe der Novemberrevolution und der KPD, lebte von 1891 bis 1925 in Stuttgart. Im sächsischen Wiederau geboren und unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, hatte sie ab 1874 Kontakt zur Arbeiterbewegung.
Sie stellte sich gegen die imperialistische Kriegspolitik der SPD zu beginn des ersten Weltkriegs und schloss sich der USPD an. Während der Novemberrevolution war sie im Spartakusbund aktiv und spielte zusammen mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg eine bdeutende Rolle im Geschehen von 1918-1919. Außerdem leistet sie einen großen Beitrag für die Frauenbewegung und die sozialistische Erziehung.

In Stuttgart wohnte sie zunächst in der Rotebühlstraße, danach zog sie in die Blumenstraße und letztendlich wohnte sie ab 1904 in einem eigenen Haus in Sillenbuch. Heute ist dort das Waldheim Sillenbuch das den Namen „Clara Zetkin Haus“ trägt. Dort macht auch immer mal wieder gerne die DKP Stuttgart eine Veranstaltung.

Auf den Bildern seht ihr heute Clara Zetkin (links) und das „Clara Zetkin Haus“ (rechts).

TAG 4/7:

Angesichts des langandauernden Kriegs, des damit verbundenen Hungers und Elends der Bevölkerung setzte sich im gesamten Deutschland ein revolutionärer Elan frei, was zur Novemberrevolution 1918/1919 führte.
Der Elan, der natürlich auch auf Stuttgart überging, zeigte sich in Massenversammlungen und dem Versuch soziale und politische Verbesserungen zu erkämpfen bzw. vor Angriffen seitens der SPD, die damit offensichtlich die Seite der Barrikade gewechselt hatten, zu verteidigen. In Stuttgart kam es zu Massendemonstrationen, Auseinandersetzungen zwischen Polizei und DemonstrantInnen und schließlich zu einem Aufstandsversuch Anfang 1919, der die korrumpierte Regierung der SPD stürzen sollte.

Tausende von Menschen folgten den zahlreichen Aufrufen sich am Ostendplatz zu treffen und gemeinsam in die Stadt zu ziehen, um sich dort mit anderen Demonstrationszügen zu treffen.

Im Auftrag der herrschenden SPD schlug die Polizei die Versammlungen blutig nieder und einige Menschen starben. Im Januar 1919 starb während den Auseinandersetzungen bei einem Aufstandsversuch der 17-jährige Kommunist Karl Fetzer. Er wurde bei einer großen Beerdigung auf dem Bergfriedhof beigesetzt.

In den nächsten Jahren verbreitete sich das Elend und die Not der Bevölkerung enorm: Arbeitslose mussten durch die Straßen wandern und um Brot oder Geld betteln und Hunger war an der Tagesordnung der meisten Arbeiterfamilien. Dies führte zu zahlreichen Auseinandersetzungen, die oftmals mit harter Repression begenet wurden. So kam es 1923 zu großangelegte Razzien v.a. gegen Mitglieder der KPD.

Der Stuttgarter Osten blieb dabei immer ein Treffpunkt für verschiedene Widerstandsgruppen Bald gab es eine Sektion des Rot Front Kämpferbundes und es gründeten sich die Schwarzen Rebellen, die militant gegen faschistische Kräfte vorgingen und den Selbstschutz der arbeitenden Klasse organisierten.

Ein wichtiger Treffpunkt des Widerstands im Osten war das Gasthaus „Volksgarten“ direkt am Ostendplatz. Der Volksgarten diente sowohl als sozialer, als auch als politischer Treffpunkt. So trafen dort sich viele Arbeiter und Arbeiterinnen, um zu diskutieren, aber oft wurde der Volksgarten selbst zum Schauplatz von Auseinandersetzungen.

Dieser Beitrag stammt von unseren Genossinen und Genossen von „Zusammen Kämpfen Stuttgart“: http://zkstuttgart.blogsport.de/…/stuttgart-ost-ein-vierte…/

Auf dem Bild könnt ihr Stuttgart Ostheim erkennen. Dies war ein Wohnungsbauprojekt und eine Arbeitersiedlung im Stuttgarter Osten.

TAG 5/7:

Am 09. November 1918 kommt es in Stuttgart zu einer Kundgebung auf dem Schlossplatz mit anschließender Demonstration .Als diese am Wilhelmspalais am Charlottenplatz (Wohnsitz des damaligen württembergischen Königs) vorbeigehen löst sich eine kleine Gruppe aus der Demo welche von einem „demokratischem“ Beobachter als „„junges, unreifes Volk, Burschen und vor allem auch Mädchen von 15 und 16 Jahren“ beschreiben wird.

 

Diese konnten den Zaun des Wilhelmspalais überklettern und die Wachen (da es keine Gegenwehr gab) schnell entwaffnen. Die Wachen des benachbarten Waisenhauses griffen auch nicht ein.
So können diese in das Wilhelmspalais eindringen und die Rote Fahne auf dem Dach hissen. Der König muss daraufhin abdanken.

Erklärung zu den Bildern:
1. Bild (oben links): Demonstration in der Eberhardstraße. (Fun Fact: In der Straße (Hausnummer 53) befindet sich übrigens auch Hegels Geburtshaus)
2. Bild (oben rechts): Sturm auf das Wilhelmspalais (Zeichnung)
3. Bild (unten rechts): Versammlung vor dem Rathaus
4. Bild (unten links): Sturm auf das Wilhelmspalais (Zeichnung)

TAG 6/7:

Vom 4. – 12. Januar 1919 kommt es zu einem Putschversuch der Spartakisten. In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar 1919 bezieht die Armee den Gefechtsstand im Bahnhofsturm. Von dort aus können sie mit Maschinengewehren die ganze Königstraße bis zum Wilhelmsbau unter Beschuss nehmen. Es gibt Tote und Verletzte.

3. April 1919: Während des Generalstreiks lagen zwischen Gaisburg und Wangen ca. 400 Spartakisten, die sich dort mit Maschinengewehren verschanzt haben. Die Regierung setzte Geschütze gegen die Aufständischen ein, ließ den „Hirsch“ in Untertürkheim („von 120 Bewaffneten gesäubert“), das besetzte Artillerie-Wagenhaus sowie das Waldheim Wangen stürmen. Dabei wurden mindestens 14 Aufständische getötet sowie 41 Personen verletzt.

Auf dem Bild könnt ihr den Bahnhofsturm von damals (um 1920) sehen.

TAG 7/7:

Am 31. März 1919 beginnt ein Generalstreik in Stuttgart. Diesem Streik schließen sich Arbeiter in Esslingen, Feuerbach, Friedrichshafen, Gmünd, Göppingen, Kirchheim, Ludwigsburg, Nürtingen, Ravensburg, Sindelfingen, Vaihingen, Waiblingen und Zuffenhausen an. Die Arbeiter versammeln sich (trotz Demonstrationsverbot) in Stuttgart. Der Generalstreik endet am 10. April.

Auf wessen Seite die SPD im Generalstreik stand, könnt ihr auf dem angehängten Beitrag (Bild) sehen. Dieser Beitrag stammt aus der Oberschwäbischen Volkszeitung vom 2. April 1919.

Unabhängige Bildung? – Der Einfluss von Unternehmen auf unseren UnterrichtWer sich damit beschäftigt, an welchen Stellen Unternehmen direkt oder indirekt Einfluss auf den Schulunterricht in Deutschland nehmen, merkt schnell, dass die eigentliche Frage lautet: „Wo nicht?“. Vielfältiger als die Ziele des Lobbyismus an Schulen sind nur die eingesetzten Methoden: Der Schul-Lobbyismus hat sich seit den 90er-Jahren stetig weiterentwickelt und ist heute ein regelrechter Profisport.

DIE ZIELE DER UNTERNEHMEN
Gegen eine geringe Spende an den Förderverein einer Grundschule sangen Zweitklässler in einer REWE-Filiale im Dezember 2017 ein Loblied auf die Supermarktkette. Was sich lächerlich anhört, steht beispielhaft für eine gängige Werbepraxis. Durch Spenden oder die Organisation von Wettbewerben werben Sparkassen, Supermärkte oder die lokale Bäckereikette für ein möglichst positives Image. Doch nicht immer kommt die Einflussnahme so plump daher. Die Ziele von Lobbyismus an Schulen lassen sich grob kategorisieren: Direkte Werbung für Produkte oder Unternehmen, Beeinflussung von Unterrichtsinhalten, Anpassung des Schulsystems an unternehmerische Bedürfnisse. Dabei hat vor allem der Einfluss von Unternehmen auf Unterrichtsinhalte und die Gestaltung des Schulsystems mittlerweile beängstigende Ausmaße angenommen.

DIE METHODEN UND AKTEURE
Die wohl wichtigsten Methoden zur Beeinflussung von Unterrichtsinhalten sind die Bereitstellung kostenloser Unterrichtsmaterialien und das Anbieten von Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte. Von den 30 DAX-Unternehmen stellen knapp 75% direkt oder über Stiftungen bzw. Dachverbände Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Diese Materialien sind in der Regel modern gestaltet, didaktisch hochwertig und „ready to use“. Gerade in Zeiten von chronisch unterfinanzierten Schulen (Stichwort Schuldenbremse) und Lehrkräftemangel, sind diese kostenlosen Materialien für überarbeitete LehrerInnen äußerst attraktiv. Ein Schelm, wer bei von der deutschen Autoindustrie erstellte Materialien zum Thema Nachhaltigkeit oder bei vom Lebensmittelhersteller Roché finanzierten Materialien zu gesunder Ernährung und Diabetes eine verfälschte Darstellung der zu vermittelnden Inhalte vermutet. Dabei verbergen sich die Unternehmen meist hinter (oft eigens für diesen Zweck geschaffenen) Stiftungen mit wohlklingenden Namen wie „Stiftung Lesen“ oder „Institut für ökonomische Bildung“.

INTERESSEN HINTERFRAGEN
Auch die Digitalisierung der Klassenzimmer wird von Unternehmen missbraucht. Denn bei einer flächendeckenden Umrüsten schlummern hier jährlich ca. drei Milliarden Euro Umsätze durch Hardware-Einkäufe. Und auch Programme für den Einsatz im Unterricht werden von Firmen wie Apple und Microsoft genutzt, um die Lehrkräfte zu abhängigen Werbefiguren zu machen. Die zahlreichen Arten der Einflussnahme durch Unternehmen, v.a. ihre subtileren Methoden, lassen sich hier nicht mal ansatzweise darstellen. In jedem Fall lohnt sich ein Blick ins Impressum Eurer Unterrichtsmaterialien: Wer hat die Materialien erstellt? Wer oder was verbirgt sich dahinter? Welches Interesse verfolgen die Ersteller damit? Allein, solche Fragen im Unterricht aufzuwerfen, sorgt bei dem Einen oder der Anderen vielleicht schon für ein Aha-Erlebnis.

[Leon, Hamburg]

Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj.org

Am 10.11.2018 wollen wir gemeinsam einen „Linken Stadtrundgang“ machen.
Wir starten um 17 Uhr vor dem „Stadtteilzentrum Gasparitsch“ in der Rotenbergstraße 125 in Stuttgart.
Gemeinsam wollen wir uns die revolutionäre Geschichte in Stuttgart anschauen und uns verschiedene Orte zum Thema Novemberrevolution, Antifaschismus und aktuelles ansehen.
Wenn auch ihr mitkommen wollt schaut doch einfach vorbei!

Weitere Infos und Link zur Facebookveranstaltung: www.facebook.com/events/342911516274988/

Übrigens: Vom 5. Oktober – 11. November erwarten euch eine Woche lang täglich um 19:18 Uhr eine kleine Geschichte zur Novemberrevolution aus Stuttgart auf unserer Webseite und auf Facebook!

Am 9. November 1938 brannte auch die Synagoge in Cannstatt. Gut organisierte Nazi-Trupps überfielen jüdische Geschäfte, drangen in Wohnungen ein, terrorisierten und verschleppten jüdische Bürger. Die Reichspogromnacht war der Vorbote des Holocaust, des rassistischen Völkermordes an sechs Millionen Juden.

Die Synagoge in Bad Cannstatt wurde vom Leiter der Brandwache, zwei Feuerwehrleuten und einigen Nazis angezündet. Fast alle männlichen Stuttgarter Juden zwischen 18 und 65 Jahren wurden verhaftet und kamen ins Gestapo-Gefängnis Welzheim, aber auch ins KZ Dachau.

Die Synagoge in Cannstatt stand in der König-Karl-Straße 51 in der Nähe des Wilhelmplatzes und brannte in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 vollständig aus.

Am 9. November wollen wir uns um 18 Uhr zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht bei der ehem. Synagoge in Cannstatt (König-Karl-Str. 45/47) an einer Gedenkveranstaltung beteiligen.

Weitere Infos findet ihr hier: https://pogromnachtcannstatt.wordpress.com/eine-seite/