WMF Collage_small

WMF Collage_smallAm 19. Juli 2014 fand anlässlich der geplanten Streichung mehrerer hundert Arbeitsplätze im Geislinger Werk des Küchengeräteherstellers WMF ein Protesttag statt, zu dem die dortigen Betriebsaktiven und die IG Metall aufgerufen hatten. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an der Kundgebung und einer Menschenkette rund um den Betrieb, so auch wir als SDAJ Gruppe Tübingen. Gemeinsam mit der DIDF Jugend Geislingen protestierten wir gegen die vom amerikanische Finanzinvestor KKR geplante Umstrukturierung des Betriebes, im Zuge derer (vorerst) 700 MitarbeiterInnen entlassen werden sollen. Offensichtlich soll wieder einmal ein rentabler Traditionsbetrieb ausgeschlachtet und finanziell ausgeblutet werden. Wie immer geht es dabei darum, auf dem Rücken der Belegschaft die Profite weiter zu maximieren – doch diese wehrt sich jetzt!

Die Redebeiträge von WMF-MitarbeiterInnen, Vereinen wie DIDF, Parteien und einer kirchlichen Initiative betonten die Notwendigkeit, die bevorstehenden Kämpfe gemeinsam und solidarisch zu führen. Wir verteilten eine gemeinsam mit unseren Genossinnen und Genossen der DKP verfasste Solidaritätserklärung, die bei den Anwesenden auf gute Resonanz stieß. Anschließend interviewten wir ein Mitglied der JAV und einen Auszubildenden des WMF-Werkes zur Lage im Betrieb (siehe Videobericht). Die Jugendlichen befürchten, dass sie als erste und am härtesten von den drohenden Sparmaßnahmen betroffen sein werden. Eine Übernahme nach der Ausbildung ist für die Azubis dann wohl nicht mehr drin – deshalb gilt es jetzt erst recht zu kämpfen!

Insgesamt wurde deutlich, dass unter den Beschäftigten großes Unverständnis über die geplanten Entlassungen herrscht: WMF erwirtschaftet alljährlich Gewinne von 5-7% – nichtsdestotrotz werden hunderte MitarbeiterInnen auf Grund der unersättlichen Profitgier der KKR auf die Straße gesetzt, genau wie es in etlichen anderen Betrieben der Region, die von Investoren ausgeschlachtet werden, der Fall war (z.B. Nogren).

Wir wünschen den Beschäftigten auch weiterhin viel Erfolg für die kommenden Kämpfe – unserer solidarischen Unterstützung können sich die Kolleginnen und Kollegen auch in Zukunft sicher sein!

“Einige Leute halten Fußball für einen Kampf um Leben und Tod. […] Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!”

Als die Fußballlegende Bill Shankly diese Worte sprach, bezog er sich auf seine Leidenschaft für den Sport. Für die Bevölkerung der brasilianischen Armenviertel ist die WM eine noch ernstere Sache, denn sie werden Opfer der Allianz aus FIFA-Mafia (klingt übertrieben, ist es nicht), einiger Weltkonzerne sowie ansässiger Großunternehmen. Welche Interessen dahinter stecken, wie die Bevölkerung Brasiliens auf die WM reagiert und was das mit der Linken in ‘Schland zu tun hat – darum geht es hier.

Facebook_Meme_Karls-Erkenntnis_Pressefest_finErst nehmen sie dir dein Haus, dann dein Stadion

Wie kommt es, dass in einem Land wie Brasilien, dessen Bevölkerung zu den fußballbegeistertsten der Welt gehört, vor Stadien demonstriert und die Vergabe der WM kritisiert wird? Ähnlich wie im Vorfeld der WM 2010 in Südafrika wendete der basilianische Staat horrende Summen (ca. 8,3 Milliarden Euro – doppelt soviel wie in Südafrika) für das Fußballspektakel auf. Gebäude mussten abgerissen werden, damit Stadien gebaut werden konnten, in denen sich der ursprüngliche Fan nun kein Ticket mehr leisten kann. In öffentlichen Einrichtungen, für Gehälter und Einstellungen fehlt aber jetzt das Geld. Besonders greifbar wird das Shankly-Zitat für die Bewohner der Favelas (Armenviertel) und die Demonstranten, die von einer “linken” Regierung für die FIFA verprügelt, vertrieben und erschossen werden, da der Anblick von Armut Fußballtouristen nicht zuzumuten ist bzw man versucht, die Gefahr eines Handtaschenraubs zu minimieren. Die Bevölkerung soll für das Turnier mit steigenden Preisen, Zerstörungen ihrer Häuser, dem Ausschluss vom Nationalsport Nummer 1 und sogar ihrem Leben bezahlen. Mehrere Tausend Favela-Bewohner wurden in den letzten Jahren getötet, damit “man” Weltmeister im eigenen Land werden kann. Ein kluges Volk, das sich dagegen wehrt. Gegen wen eigentlich?

Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach und am Ende gewinnt immer die FIFA

Es war absehbar, dass die WM zu einem Fiasko für den Großteil der brasilianischen Bevölkerung werden würde – auch, wenn der ehemalige Präsident Lula versprach, keine öffentlichen Ausgaben für die WM zu tätigen. Brasilien bewarb sich auf die WM, da es als Mitglied der BRICS-Staaten (Brasilien, Indien, China, Südafrika) eine aufstrebende Nation, in Südamerika eine wirtschaftlich bedeutende und im Fußball eine tonangebende Macht darstellt. Neben Gewinnen großer Konzerne (Sponsoren sind adidas, Coca Cola, Sony, Emirates und einige brasilianische Großunternehmen, v.a. Baufirmen, in denen sich die Leute kaputtschuften dürfen) spielt Prestige eine große Rolle. Damit ein Land die WM austragen darf, müssen vorher viele, viele Scheine in die Taschen der FIFA-Funktionäre wandern. Dieser Leute verbinden ihre Liebe zum Sport mit der Funktion, Plattform für die Verbindung sportlicher und ökonomischer Interessen zu spielen – diese Monopolstellung lassen sie sich natürlich was kosten. Viel einfacher und trotzdem richtiger als in der Formel: “WM = Armut der Bevölkerung + Gewinne für FIFA und Konzerne” kann man die WM nicht zusammenfassen. Fragt mal die Südafrikaner. Oberflächlich scheint diese Kritik den Fußballhass vieler Linker zu stützen: Fußball lenkt die Leute vom Wesentlichen ab, ist nur Geldmacherei und macht zudem besoffen und nationalistisch. Aber: Muss das so sein?

“Deutschland ist die #1 und wir holn den Titel Heim, stelln das Dosenbier ins Eis, heut gibts ne große Sauferei.” (Kay One)

So, wie es Rapper Kay One darstellt, empfinden viele “Linke” den Fußball: Eine kommerzielle Party für biertriefende Prolls mit Minderwertigkeitsgefühl, die dann den Nazi in sich rauslassen. Dabei geht es geht im Grunde um die Frage der Einbettung des Sports in eine kapitalistische Gesellschaft, die Funktion von Nationalismus und eine vernünftige Kritik am Ganzen – sowie einige Stolperfallen – Vorsicht, Stufe.

Stufe 1: “Fußball ist nur Kommerz, da mache ich nicht mit”

Stimmt erstmal, ist aber überall so: Ob im Kino, im Theater (gut, das ist stark subventioniert) oder auf dem Konzert – überall kostet der Eintritt Geld, überall gibts Sponsoren und wirtschaftliche Anhängsel, die von der Veranstaltung Gewinn oder zumindest Werbung erwarten. Eine Kritik, die auf jegliche Kultur im Kapitalismus zutrifft, wird exklusiv für den Fußball reserviert. Da sind die (kritischen) Brasilianer schlauer: Sie wollen den Fußball, aber für alle und nicht als Geldmaschine für Großkonzerne und die FIFA. Ihr Kampf ist nicht nur die Verteidigung des sozialen Status Quo, sondern auch der Versuch, ihren Sport nicht einer Schicht reicher Oligarchen zu überlassen.

Stufe 2: “Boah die dummen Prolls mit ihrem Asi-Sport”

Ein beliebter Fehler der postmodernen Linken. Da man keine Konzepte mehr hat, wie man die Leute erreichen kann, spricht man ihnen lieber die Intelligenz ab und lässt sie an den eigenen super-aufgeklärten Maßstäben scheitern: So erübrigt man sich die weitere Befassung mit dem Problem und fühlt sich dabei noch moralisch erhaben. Die größten Dialektiker, die sonst mit Begriffen wie Totalität, Verdinglichung und Basis-Überbau argumentieren, vergessen häufig ihr Grundvokabular, wenn es um Fußball geht und erblicken im runden Leder eine Art mystische Kraft, die die Leute zu geifernden Idioten macht. Als wäre dem Fußball ein zauberhaftes Wesen eigen. Gegenthese: Nicht der Fußball “an sich” ist dumm, er wird dumm gemacht. Von der FIFA, Großkonzernen und Sendern wie Sky, die aus dem Fußball ein oberflächliches TV-Spektakel machen. Fußball ist wie die Naturwissenschaft: Lebt man in einer Gesellschaft, die lieber Bomben verkaufen will, als Krebs zu bekämpfen, wird nicht viel Gutes dabei herauskommen – und mit dem Fußball ist es ähnlich. In ihm steckt mehr Potenzial, als ihm der Kapitalismus zugesteht.Ballkontrolle

Stufe 3: Der “Party-Patriotismus”

Auch hier geht es um angeblich dumme Prolls, aber auch das nationale Kollektiv. Viele Linke meinen, das Problem der Sehnsucht nach (nationaler) Vergemeinschaftung mit einem Schopenhauer-Zitat über den Nationalstolz – den haben nämlich nur Deppen, die sonst nix können – lösen zu können. Damit kann man sich dann zufrieden geben, oder forscht weiter nach: Führt Fußball automatisch zu Völkerverständigung und Frieden, wie Gauck und die FIFA meinen, oder zu nationalistischen Ausbrüchen und völkischen Mobs? So denken Antideutsche und postmoderne Ideologen. Weder noch. Es ist auch hier eine Frage der Einbettung: Im Kapitalismus wird alles dafür getan, Klassengegensätze hinter Gerede über die Nation verschwinden zu lassen. Das klappt in Brasilien grad nicht so gut, wird hier von Wirtschaft und Politik aber erfolgreich mit gratis Fähnchen, “Du bist Deutschland” usw. forciert. Die Standortlogik findet so ihren Weg in den Fußball. Zwar ist man recht weit unten in der Befehlskette und wird getreten, aber anstatt zu seinem Recht, kann man so wenigstens noch zu seinem Ausdruck (“Ich als Deutscher”) kommen und sich als Teil der unüberschaubar großen Masse von (Export-)Weltmeistern fühlen.
Da hilft nur, nicht vor dem Fußball und den Fahnenschwenkern wegzulaufen, sondern das Gespräch zu suchen: Über Klassengegensätze, Nationalismus und wie gut Fußball und das Leben sein könnten.

Moritz, Bochum

Pfingsthütte_front_small„Gemeinsam lernen, kämpfen, feiern…!“

Liebe FreundInnen, GenossInnen und Menschen, die eins von beidem oder beides noch werden wollen,

hiermit laden wir euch zu unserer Pfingsthütte 2014 ein! Gemeinsam wollen wir vom 06.06. – 09.06. im wunderschönen Mörtelstein bei Heilbronn lernen und feiern, spannend diskutieren und für Demos trainieren. Freut euch auf ein ausgefeiltes Programm, welches uns mit Theorie und Praxis Workshops als Verband inhaltlich weiter bringen und gleichzeitig viele Möglichkeiten des Kennenlernes und des gemeinsamen Feierns beinhalten wird.

Den Programmflyer als pdf findet ihr hier: Pfingsthütte 2014

Viele freie Plätze gibt es leider nicht mehr, trotzdem ist es für Anmeldungen noch nicht zu spät. Einfach eine mail mit dem Betreff „Pfingsthütte 2014“ an info[at]sdaj-bawue.de schicken – alle weiteren Infos zur Anreise etc. bekommt ihr dann sofort von uns.

Kosten:
Der Teilnahmebeitrag beläuft sich momentan auf 25 Euro. Darin enthalten ist die Hütte und die Verpflegung für das ganze Wochenende. Desweiteren wollen wir eine Fahrtkostenumlage machen – damit alle, egal von wo sie anreisen, die gleichen Kosten für das Wochenende haben. Selbstverständlich hängt die Teilnahme an der Pfingshütte nicht vom Geldbeutel ab – d.h. sprecht in euren Gruppen mit den Leuten, die sich finanziell nicht in der Lage sehen die Kosten zu tragen und überlegt gemeinsam, wie ihr das Geld als Gruppe trotzdem aufbringen könnt.

Also: einfach gute Laune und etwas Bedruckbares (T-Shirt, Tasche etc. für Siebdruck) mitbringen – Wir freuen uns jedenfalls auf ein großartiges Wochenende mit Mampf, Kampf und Freizeit mit euch!

In diesem Sinne: Friede den Hütten – Krieg den Palästen!

Eure SDAJ Baden-Württemberg

europaweite-aktionstage-740x240Samstag 17. Mai 2014 // Blockupy Aktionstag in Stuttgart // Demo 12 Uhr, Auftaktkundgebung: Lautenschlagerstraße/ HBF // weitere Aktionen nach der Abschlußkundgebung

Aus dem Aufruf der Blockupy Initiative Süd: “Unter dem Motto „solidarity beyond borders – building democracy from below“ findet am Samstag 17. Mai 2014 in mehreren europäischen Städten ein dezentraler Blockupy-Aktionstag statt.

Wir wollen damit der autoritären Krisenpolitik entgegentreten, einer Politik der Verarmung, Entrechtung und Entdemokratisierung. Durch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission werden viele Menschen ins Elend gestürzt – in besonders erschreckendem Maße im Süden Europas. Wir halten dagegen, mit bunten, direkten Aktionen und grenzenloser Solidarität!”

Das Motto der Demo in Stuttgart lautet “Macht Europa anders”. Ein anderes Europa – ein Europa der Solidarität und des Widerstands gegen Troika, Krieg und Imperialismus – ist nur im Kampf gegen die EU, und nicht durch Illusionen in ihre angeblich Reformierbarkeit zu haben, wie sie zum Beispiel die Linkspartei verbreitet. Die Positionen der SDAJ zur EU und zur EU-Wahl am 25. Mai kannst du hier nachlesen: Position EXTRA zur EU-Wahl. Wir rufen zur breiten Beteiligung an den Blockupy Aktionstagen auf.

Nein zum Europa der Banken und Konzerne! Nein zum Europa des Kapitals! Für ein Europa der Solidarität und des Widerstands!

No Pasaran Ukraine_headerAm 8. Mai 1945 – vor heute 69 Jahren – kapitulierte Nazideutschland gegenüber den Alliierten der Anti-Hitler-Koalition. Die Rote Armee war bis nach Berlin vorgestoßen und hatte dem deutschen Faschismus damit den letzten Schlag versetzt.

Der 8. Mai war keine Niederlage, sondern für viele Millionen Menschen ein Tag der Befreiung. Deshalb erinnern wir jedes Jahr an all jene mutigen Menschen, die die Befreiung möglich gemacht haben – und nicht zuletzt an die vielen Millionen, die dabei ihr Leben verloren haben: Die RotarmistInnen und anderen alliierten Soldaten, die PartisanInnen und WiderstandskämpferInnen im Untergrund, die Deserteure, Saboteure und AntifaschistInnen aller Länder Europas!

Flugblatt der SDAJ zum Tag der Befreiung

Dieses Jahr steht der 8. Mai besonders im Zeichen der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. Das dort mit Hilfe der EU eingesetzte Putsch-Regime setzt faschistische paramilitärische Truppen gegen seine GegnerInnen ein. Fast täglich erreichen uns neue Schreckensmeldungen von ermordeten AntifaschistInnen, brennenden Gewerkschaftshäusern und überfallenen Büros der Kommunistischen Partei. Wir rufen zur dringenden Solidarität mit allen AntifaschistInnen in der Ukraine auf! NO PASARÁN! Spendet an die Rote Hilfe, unterstützt die Betroffenen!

Flugblatt zur Ukraine: NO PASARÁN

3. Mai 2014

Vier Mal 90 Sekunden roter Klartext gegen das Europa der Banken und Konzerne

In einem alten Soulsong von Gil Scott-Heron heißt es im Refrain richtig: “The revolution will not Be televised”* – und so kann auch ein DKP-Wahlspot in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern nicht mehr sein als als ein Aufblitzen in diesem Land. Aber ohne diesen “roten Aufblitzer” wäre die Medienlandschaft noch gleichförmiger – die notwendige Kritik an der EU als ein Instrument der (deutschen) Banken und Konzerne zur forcierten Ausbeutung der Werktätigen Europas wäre im Fernsehen überhaupt nicht wahrnehmbar. Deshalb hat sich die DKP trotz eines kleinen Wahlbudgets entschieden, die DKP-KandatInnen Erika Baum und Paul Roermond ins Rennen zu schicken, um den Menschen vor den Fernsehern den Standpunkt der Kommunistinnen und Kommunisten zur EU darzulegen.
Insgesamt vier Sendetermine mit je 90 Sekunden wurden der DKP von den öffentlich-rechtlichen Sender zugebilligt. Es ist davon auszugehen, dass den GroKo-Parteien und anderen mehr Sendetermine eingeräumt werden. Schwerwiegender ist aber, dass diese Parteien auch nach dem EU-Wahlkampf die TV-Sender als Bühne nutzen werden, um Kriegseinsätze, Sozial- und Demokratieabbau zu rechtfertigen. Dagegen hilft nur eines: den Widerstand zu organisieren – in den Gewerkschaften, in Bürgerinitiativen und nicht zuletzt in der DKP. Und diesem Widerstand eine Stimme zu geben, heißt am 25. Mai: DKP wählen.

Die Sendetermine im Überblick:

ARD
Samstag, 03. Mai 2014, 22.28 Uhr
Freitag, 09. Mai 2014, 17.58 Uhr

ZDF
Dienstag, 06. Mai 2014, 17.55 Uhr
Mittwoch, 21. Mai 2014, 22.10 Uhr

abgeschrieben von news.dkp.de

* Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen werden.

Mehr Infos zur EU-Wahl?

Hier kannst du die POSITION Extra zur EU-Wahl der SDAJ herunterladen:

POSITIONExtra EU-Wahl
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1.mai-website-header1…so einiges! Die SDAJ ist in allen Städten, in denen Gruppen aktiv sind, im Rahmen von Bündnissen an den Mobilisierungen zum Kampftag der Arbeiterklasse beteiligt.

In Freiburg beteiligen wir uns am antikapitalistsichen Block auf der DGB Demo (Motto: „So wie es ist bleibt es nicht!“). In Tübingen beteiligen wir uns am Jugendblock auf der Gewerkschaftsdemo und veranstalten anschließend ein internationalistsiches Straßenfest. In Stuttgart mobilisieren wir sowohl auf den antikapitalistsichen Block auf der DGB-Demo als auch auf die anschließende revolutionäre 1. Mai Demo.

UNSER AUFRUF ZUM 1. MAI 2014:

Unsere Zukunft statt eure Profite – Her mit dem Ausbildungsgesetz!

Klick hier  um das Video zum Jugendblock auf dem 1.Mai zu sehen!

Auch im Jahr 2014 das gleiche Bild: Wir – die arbeitende und lernende Jugend – geraten immer häufiger aufs Abstellgleis. Schmalspurausbildung, Überstunden, Angst vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV gehören für uns Jugendliche bereits zum Alltag. Die Kosten für die eigene Ausbildung gehen in die Höhe, die Qualität sinkt jedoch in den Keller. Ob in Deutschland, Spanien, Griechenland: Die anhaltenden Krise verschärft die miese Situation der Jugend in Europa noch einmal massiv.

Jung & Arbeitslos heißt keine Zukunft & keine Perspektive

Uns wird gesagt, dass wir uns in Deutschland doch freuen könnten: Im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern hätten wir doch „kaum Probleme“. Eine „läppische“ Arbeitslosenquote von Jugendlichen unter 25 von nur 7,5% – im Vergleich mit Quoten von über 50% in Spanien und Griechenland. Doch alleine 266000 Jugendliche tauchen in den „läppischen“ 7.5% nicht auf, weil sie in unterschiedlichsten „Warteschleifen“ à la „Berufsvorbereitendes Jahr (BVJ)“ stecken. Gleichzeitig wird verschwiegen, auf wessen Kosten die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland eigentlich gedrückt wird: Die Agenda 2010, besonders die Einführung von Hartz IV, hat dazu geführt, dass die Schere der Reichtumsverteilung immer weiter auseinander geht. Denn der Reichtum einer kleinen Minderheit (die reichsten 10% besitzen mehr als das 13fache der ärmsten 50%) lastet immer mehr auch auf den Schultern der Arbeitslosen und der Jugend. Wie jüngst das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie veröffentlicht hat, verfügen 49% der Jugendlichen in Ausbildung oder Praktikum über überhaupt kein Vermögen oder haben sogar Schulden – bei Arbeitslosen sind es sogar 65,5%. Damit schießt Deutschland den Vogel ab: In keinem anderen Land der Eurozone, d.h. weder in Spanien, noch in Griechenland, ist die Reichtumsverteilung so ungleich wie hier. Jung und arbeitslos sein, heißt in Deutschland, keinerlei Perspektive, keinerlei Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft zu haben.

Fünf „EU-Gipfel“ zur Jugendarbeitslosigkeit im Jahr 2013 haben die Situation für Jugendliche in Europa um kein Deut gebessert, im Gegenteil: Auf jedem dieser Treffen wurde festgestellt, dass sich die miese Situation noch mehr verbreitet, dass noch mehr Jugendliche ohne Job und ohne Zukunft dar stehen. Jetzt „noch mehr EU“ zu fordern, um aus dem Schlamassel herauszukommen, klingt wie ein schlechter Witz: Denn „mehr EU“ bedeutet mehr aggressive Sparpolitik und damit nur noch mehr Reichtum von Banken und Konzernen auf unsere Kosten, das heißt auf Kosten der Jugend von Europa. Deshalb heißt es für uns bei den Europawahlen am 25. Mai unsere Stimme gegen die EU zu erheben und die einzig wirkliche Alternative zu wählen: Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) stellt sich kompromisslos gegen die Sparpolitik der EU und die Umverteilung zugunsten der Banken und Konzerne.

Kämpfen für die eigenen Interessen: Gemeinsam, Solidarisch und International

Letztlich müssen wir unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen und unsere Perspektiven selbst erkämpfen: Ein Schritt dahin ist der Kampf für ein verbindliches Ausbildungsgesetz – statt einem „Ausbildungspakt“, der von der Bundesregierung und den Unternehmen gefeiert wird, obwohl der Mangel an Ausbildungsplätzen uns weiterhin ein selbstbestimmtes Leben unmöglich macht. Nicht mal jedes vierte Unternehmen in Deutschland bildet aus und selbst wenn, dann ist von Übernahme nach der Ausbildung meist keine Rede. Doch ein Ausbildungsgesetz, das jedem und  jeder Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und die unbefristete Übernahme im Beruf garantiert, ist ein wirksames Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit.

Wir müssen anfangen, für unsere eigenen Interessen und unsere Zukunft als Jugend von Europa zu kämpfen – denn weder ein Ausbildungsgesetz, noch die Befreiung von Existenzangst und Perspektivlosigkeit überhaupt wird uns einfach so geschenkt. Miese Ausbildungsbedingungen und schlechte Bezahlung müssen wir öffentlich bekämpfen und die Streiks der KollegInnen im Einzelhandel im Winter haben gezeigt: Kämpfen lohnt sich! Langfristig heißt unsere Perspektive Sozialismus: Es ist die einzige Gesellschaftsform, in der unsere Bedürfnisse und Interessen statt den Profiten der Banken und Konzerne wirklich eine Rolle spielen. Wenn wir das erreichen wollen, müssen wir uns im Betrieb in den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV), den Gewerkschaften und in der SDAJ organisieren. Denn niemand vertritt unsere Interessen und Bedürfnisse so gut wie wir selbst – im Betrieb, in der Schule und heute auf der Straße: Heraus zum 1.Mai!

Wir fordern ein Ausbildungsgesetz, welches u.a. Folgendes garantiert:

  • JedeR hat das Recht auf einen Ausbildungsplatz seiner/ihrer Wahl!
  • Wer nicht ausbildet, muss zahlen: Für eine Umlagefinanzierung!
  • Unbefristete Vollzeitübernahme im erlernten Beruf für alle!
  • Für ein Verbot von unbezahlter Ausbildung: Mindestausbildungsvergütung 1.200€ Netto!

 

Hier gibts eine Kopiervorlage für die 1.Mai Demonstration zum Download:

1.Mai_Kopiervorlage.pdf
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Ostermarsch_frontAm 1. August 1914 erklärte das Deutsche Reich Russland, am 3. August Frankreich den Krieg und machte damit aus dem Lokalkrieg Österreich-Ungarns gegen Serbien den ersten „modernen Krieg“, wie das kontinentale Massenschlachten heute gerne genannt wird.

17 Millionen Menschen fanden den Tod.

100 Jahre krieg im Interesse der Monopole sind 100 Jahre zu viel!

Deshalb unterstützt die SDAJ auch dieses Jahr den Ostermarsch.

Alle Infos zur Demo hier: Ostermarsch-Flyer.pdf oder hier: www.friedensnetz.de

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du einen Ausbildungsplatz? Wenn ja, dann kannst du dich glücklich schätzen – und dich in den meisten Fällen mit Überstunden und Arbeitshetze herumschlagen, damit, als billige Arbeitskraft eingesetzt zu werden und mit der Frage, wie es nach der Ausbildung weitergeht. Du hast keinen Ausbildungsplatz? Das heißt erstmal Bewerbungen schreiben und Warteschleifen durchlaufen oder sich vom Wunschberuf verabschieden. Während uns im Fernsehen erzählt wird, dass es eigentlich genug Ausbildungsplätze gibt und die Jugend angesichts des Fachkräftemangels die freie Wahl habe,  erleben wir: Leiharbeit, befristete Verträge und ungesicherte Übernahme für uns – während für die deutschen Banken und Konzerne Milliardenrettungsschirme gespannt werden und auch in der Krise Profite gemacht werden.
Wir finden: Das ist Grund genug, sich zu wehren. Die SDAJ schlägt dafür ein Ausbildungsgesetz vor, das unseren Interessen entspricht: mit Ausbildung für alle und Vergütung, von der man leben kann. Vor allem schlagen wir aber vor, sich zu organisieren und dem Kampf für unsere Interessen aufzunehmen. Dazu wollen wir mit unserer Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite!“ einen Beitrag leisten – und mit diesem Heft.

In diesem Sinne: Ausbeuter outen – Ausbildung erkämpfen!

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